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— Doch, doch, laſſen Sie mich nur nach Abbotsſort zurükkommen, und ich will die beiden Vurſchen bald abſchütteln.
Dazu hatte ich nichts zu ſagen, obgleich ich dachte, ein ſolches Kraft— ſtük im Schreiben möchte ſich eher für Erfindung, als für Geſchichte paſſen.
Als er aufſtand, um fortzugehen, bat ich ihn, in den Saal zu treten, damit ich das Vergnügen haben möchte, ihm meine Frau vorzuſtellen. Er wil⸗ ligte ein, und nachdem er in das Zimmer getreten war und ich ihm Mrs.— und meinen Neffen W.— vorgeſtellt hatte, ſezte er ſich. Er ſaß eine kurze Zeit und ſein Anfall von ſcherzhafter Laune kam wieder; denn er erläuterte ſein Geſpräch durch eine oder zwei paſſende Anekdoten, vorgetragen in einem leicht ſchottiſchen Dialekte, welchen er nach Belieben anzunehmen und aufzuge⸗ ben ſchien. Mrs.— bemerkte, daß die Bergére, in welcher er ſäße, dieſen Morgen zweimal geehrt worden ſei, denn General Lafayette habe ſie kaum vor einer halben Stunde verlaſſen. Sir Walter Scott ſchien darüber erſtaunt und ſagte fragend:
— Ich dachte, er wäre nach Amerika gegangen, um dort den Reſt ſeiner Tage zu verleben?.
Als ich ihm den wahren Stand der Sache erklärte, bemerkte er bloß:
— Er iſt ein großer Mann, und doch ſchien es mir, die Bemerkung ſei kalt, oder aus Gefälligkeit gegen uns gemacht worden.
F. Cooper.
Napoleon auf der Jagd.
Der Kaiſer Napoleon war auf der Jagd weder glüklich, noch geſchikt; ein Mal ließ er das Gewehr in der Hand losgehen, ein anderes Mal zielte er nach einem Eber und traf einen armen Teufel von Jagdͤbedienten in den Schenkel; wieder ein Mal gingen der Marſchall Maſſena und Berthier vor und nicht weit von Napoleon, da flog ein Volk Rebhühner auf; die Ehre des erſten Schuſſes gehörte dem Kaiſer; er ſchoß, und Maſſena erhielt ein Schrot— korn in das Auge. Man ellte ihm zu Hilfe, und Napoléon rief:„Verthier, Sie haben Maſſena verwundet!“
Der Oberjägermeiſter wies die Beſchuldigung von ſich ab, der Kaiſer beſtand darauf, Verthler ſchwieg, und Alle kehrten ſehr verdrüßlich zurük.
Sobald Napoleon in Malmaiſon war, ließ er den dienſtthuenden Adju— tanten rufen und ſagte zu ihm:„Reiten Sie ſogleich nach Paris und ſagen Sie Larrey, er ſolle augenbliklich nach Ruel kommen, weil Maſſena krank ſei, und demſelben zugleich dies Billet übergeben.“
Der Vefehl wurde vollzogen; Larrey kam in Ruel an und ſagt:„Herr Marſchall, der Kaiſer hat mir ſagen laſſen, Sie wären krank, ich habe mich beeilt
„Er weiß es wohl: nun da, ſehen Sie.“
„Es iſt nicht gefährlich, Marſchall; das Auge ſcheint mir aber ſehr ge— litten zu haben.“
—„Werde ich es verlieren?“
„Das ſage ich nicht, aber wir müſſen ſehr behutſam zu Werke gehen. Aber ich vergaß, Ihnen dies Billet von Sr. Majeſtät zu übergeben.“


