Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
184
 
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ſich wie ein Hauch in einander ver⸗ ſchmelzen. Aber, was beinahe erfreu⸗ licher, iſt der Umſtand, daß durch das Wirken dieſer Künſtler der Geſchmak der Pariſer Welt ſich dergeſtalt ver beſſert, und bereits verbeſſert hat, daß ſie mit wahrem Kennergefühl die ſchönſten und zarteſten Stellen Bee⸗ thoven'ſcher Quartette auffaſſen, wäh⸗ rend neuere Spielereien in der Muſik ſie kalt laſſen.Seit längerer Zeit heißt es in einem hieſigen Blatte bereitet man in Paris keine Wachs⸗ kerzen mehr, ſondern Talglichter; aber dieſe Talglichter übertreffen die Wachs lichter an Weiße, Dauer und Geruch loſigkeit. Der Chemiker, der ſie be⸗ reitet, verkauft ſein Geheimniß für 5000 Franken. Scribe muß eben keine zu hohen Begriffe vom deutſchen Theater haben. In der neuen Oper von Auber, zu welcher er den Text geliefert hat, ſpielt eine wandernde Schauſpieler-Truppe in München und Berlin. Ein Mann hatte ſeiner Frau die Erlaubniß verſagt, den Mas⸗ kenball in der Oper zu beſuchen. Um Mitternacht aher verſchwand die Frau; der Mann bemerkte ihre Ab weſenheit und zweifelte keinen Augen blik, daß ſie den Maskenball dennoch beſucht habe. Aber wie ſie unter der Menge von Masken herausfinden? Es ſiel ihm ein Mittel ein; er hatte ei⸗ nen treuen Hund; dieſen nahm er un⸗ ter den Mantel und ging nun mit dieſer koſtbaren Laſt ebenfalls auf den Ball. Im Hauſe ließ er den, Hund von den Armen herunter und ſagte: ſuch! Der Hund fing an zu ſtöbern, ſtieg bis in das Paradies hinauf, wäh⸗

rend ſein Herr ihm immer folgte, und

krazte endlich an der Thüre einer Loge. Der Mann öffnete die Thüre und fand da ſeine liebe Frau an der Seite ei⸗ nes Hausfreundes. Als neulich eine Dame über den Chatelet-Plaz in Pa⸗ ris ging, wo alle Auktionen unter freiem Himmel abgemacht werden, ſah ſie unter andern zur Auktion beſtimm⸗ ten Sachen einen, Lehnſtuhl ſtehen, dem Anſchein nach weiß lakirt und mit weißem Gros de Naples überzogen. Sie erhält ihn nach Bieten und Ueber- bieten für 55 Franks und der Verſtei gerer ruft ſeinen Leuten zu:Bringt der Dame da den ſchwarzen Lehnſtuhl! Schwarz! erwiedert die Käuferin; er iſt ja weiß!Klopft nur den Schnee raſch ab! ſagt der Ausrufer, und die Dame erhält einen alten, ſchlechten, ſchwarzen Stuhl, und hatte ſich nur vom zweiſtündigen Schnee et was weiß machen laſſen. Von Thiers Geſchichte der franzöſiſchen Revolution iſt kürzlich in Paris die ſechſte Aufla ge erſchienen. Die Knochen eines vorweltlichen Thieres, welches man Dinotherium genannt hat, ſind hier angekommen. Das Thier hat das Merk würdige, daß die ſehr langen Stoß⸗ zähne der untern Kinnlade ganz nach unten gebogen ſind. B. Erfurt. Hier iſt am 8. März der geheime Hofrath und Profeſſor Dr. Trommsdorff, ein Mann, deſſen ſeit einem halben Jahrhundert erworbene Verdienſte um die Phyſik, Chemie, Pharmacie und damit verwandten Wiſ enſchaften allgemein anerkannt ſind, in hohem Alter mit Tode abgegangen.

Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 6.

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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.