Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
183
 
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Nachdem man dieſe Drangſale mehrere Monate erduldet, Mancher ſeinen Proviant verzehrt, ſeine Munition verſchoſſen hat, und mancher Ofen geplagt iſt, läßt ſich der Sommer bewegen, uns Hilfe zu ſenden. Der General Früh⸗ ling, ein junger, hübſcher Mann, fängt an, den Winter zurükzudrängen. Der General Froſt ſezt ihm durch die detaſchirten Nachtfröſte zwar viel zu z doch der General Frühling geht dem Feinde muthig zu Halſe und vertreibt ihn endlich unter Vegünſtigung mehrerer Nebel ganz; obgleich der Brigadier Regen die Wege auch jezt wieder unfahrbar macht und den General Frühling am Verfolgen hindert.

Nachdem der Feind gänzlich vertrieben iſt, erſcheint auch der Sommer, welcher der ärgſte, unverſöhnlichſte Feind vom Winter iſt, denn noch nie hat

man beide beiſammen geſehen.

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VBerdrüßliche.

(Aus L. Bechſteins neueſten Gedichten).

Ich bin verdrüßlich! Weil ich verdrüßlich bin, Bin ich verdrüßlich.

Sonne ſcheint gar zu hell, Vogel ſchreit gar zu grell, Wein iſt zu ſauer mir,

Zu bitter iſt das Bier,

Honig zu ſüßlich!

Weil nichts nach meinem Sinn, Weil ich verdrüßlich bin,

Bin ich verdrüßlich.

Dort wird Muſik gemacht, Dort wird getanzt, gelacht, Dort wirft man gar den Hut, Wie mich das ärgern thut! Iſt nicht erſprießlich,

Iſt nicht nach meinem Sinn, Weil ich verdrüßlich bin, Ach, ſo verdrüßlich.

Ansichten. Urtheil

Wo ich auch geh' und ſteh' Ich meinen Schatten ſeh', Immer verfolgt er mich.

Iſt das nicht ärgerlich?

Und, wenn der Himmel trüb, Iſt es mir auch nicht lieb. Winter iſt mir zu kalt, Frühling kommt mir zu bald, Sommer iſt mir zu warm, Herbſt bringt den Mükenſchwarm, Müken auf jeder Hand, Müken an jeder Wand,

O wie mich das verſtimmt!

O wie mich das ergrimmt! Wie das ins Herz mich brennt! Himmelkreuzelement!

Bin ganz verdrüßlich,

Weil nichts nach meinem Sinn, Weil ich verdrüßlich bin,

Ach, wie verdrüßlich!

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e. Begebnisse.

ban und Batta verſammeln ſtets die faſhionabelſte Welt. Lezterer ſoll der erſte jezt lebende Klavierſpieler ſein; er beſizt das Talent die Töne auf dem Piano an einander zu reihen, daß ſie

Mignon. Zeitung.

Buntes aus Paris. Die muſikaliſchen Soireen von Lißt, Ur