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Doch welchen traurigen Erfolg hat dieſer Beweis ſeiner eheherrlichen Gewalt! Die junge, beleidigte, erzürnte Frau ruft ihre Sklaven zuſammen, befiehlt ihnen, ihren Gatten zu entkleiden, an einen Thürpfoſten zu binden und mit einer Pferdepeitſche weidlich auszugerben. Während zwei dies thun und dabei Gelegenheit haben, die ranhe Behandlung, welche ſie zeither von ihrem Herrn hatten erdulden müſſen, zu vergelten, befiehlt ſie ihre ſechs Pferde zu ſatteln und zu zäumen, ihre Sachen aufzupaken und reitet mit gefüll⸗ ter Brieftaſche in Begleitung ihrer Sklaven davon, unbekümmert um den an⸗ gebundenen und blutig geſchlagenen Gemahl.
Umſonſt ſind ſeine Anſtrengungen ſich los zu machen. Endlich wird er durch einen vorbeikommenden Reiter von ſeinen Banden befreit. Er ſchwört den Sklaven blutige Rache, denn er hofft auf die Rükkehr ſeiner Gattin aber vergebens, und er muß ſich endlich damit tröſten, im Beſiz der ſchönen Plantage mit Vieh und Wirthſchaftsgeräthe geblieben zu ſein.
Doch auch dieſer Troſt ſoll ihm bald ſchwinden. Sein Rüken iſt noch nicht geheilt, als ein naher Verwandter ſeiner Frau ankommt, eine von ihr auf eine hohe Summe lautende Schuldverſchreibung vorzeigt und Zahlung fordert. Aber wie dieſe leiſten? Die Brieftaſche mit den Banknoten iſt mit der theuren Ehehälfte verſchwunden und ihm ſelbſt nur eine ſehr unbedeutende Summe zurükgelaſſen worden. Die Plantage wird nun ſofort in Beſchlag genommen, und da deren Werth nicht die Höhe der erborgten Summe erreicht, wird der Unglükliche ergriffen und in das Gefängniß geſezt.
Er darf, da er noch nicht zwei Jahr im Lande iſt, auf das Benefit— Befreiung vom Gefängniſſe— nicht Anſpruch machen. Während er nun im Gefängniſſe ſizt, kommt ſeine Gattin zurük,, ordnet ihre Geſchäfte, verſchafft ſich heimlich bedeutende Geldſummen und verſchwindet für immer. i
Lange muß der Arme die der Gattin gegebene Ohrfeige mit ſchwerem Gefängniſſe büßen, bis endlich das Herz des Gläubigers erweicht wird, und er die Freiheit erhält. Was ſpäter aus Beiden geworden iſt, habe ich nicht er⸗ fahren können, obſchon das Erelgniß ſich nur 11 Meilen von meinem Wohn— orte in Maryland zugetragen hatte.
Ir hr een. (Ein Traumgeſicht.)
Der Winter erklärt dem Menſchen den Krieg. Der Sommer, ſonſt unſer beſter Freund, zieht ſich von uns zurük, da er ſich nicht mehr ſo geachtet ſieht, als vor einiger Zeit; er überläßt uns ſchwache Menſchen unſerm Schikſale. Ein Jeder iſt daher auf Vertheidigung bedacht. Man ſucht Proviant zu er⸗ halten, hebt die Konſkribirten aus den Wäldern aus; die Außenwerke der Zimmer werden ausgebeſſert und gehörig dicht gemacht. Die Kamine und Oefen, aus denen der Feind beſchoſſen werden kann, werden in brauchbaren Stand geſezt. Man ſucht die Panzer-Hemden, welche bisher im Winkel gele— gen haben, wieder hervor, doch hat ſich der Feind vielleicht ſchon vor Erklä— rung des Krieges durch eingeſchlichene Motten verderben laſſen.


