Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
173
 
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ſo ſchön, als ihre Stimme.Sire, ich bin Almoſenſammlerin.. Die Königin und der Prinz von Salerno haben mir jedes 500 Frks. gegeben; ich hoffe, Ew. Majeſtät wird nicht minder freigebig ſein wollen, als Ihre er ha⸗ benen Verwandten.Wie viel ſoll ich geben? fragte der König lächelnd. Tauſend Franks.Da ſind ſie. Die Wittwe iſt jezt glüklich, * die bewundernswerthe Almoſenſammlerin mußte ſterben. Sie ruht in Brüſſel. Es konnte Niemand anders ſein, als die betrauerte Malibran.

Der Adel im Oriente.

Unter den Muſelmännern beſteht die ſehr hochgehaltene Sitte, daß ſich der Sohn nie in Gegenwart ſeines Vaters ſezen darf, ehe er mehrmals dazu aufgefordert worden iſt. Einſt ſaß nun der Vizekönig von Egypten, Mehemed Ali, auf ſeinem Divan, als ſein Enkel eintrat und ſich ſezte, ohne die Er laubniß dazu erhalten zu haben. Mehemed Ali wunderte ſich ſehr, daß ſein Enkel die Schiklichkeit ſo ſehr hintanſeze, und fragte ihn, warum er ſei ne Pflichten auf ſo auffallende Weiſe vernachläſſige. Abbas, der Enkel, ant wortete:Meine Geburt gibt mir das Recht, mich in deiner Gegenwart zu ſezen, ohne deine Einladung dazu nöthig zu haben; denn ich bin größer als du. Du biſt zwar Vizekönig, aber der Sohn eines armen Zolleinnehmers; ich dagegen bin Paſcha, Sohn eines Paſchas und Enkel eines Vizekönigs. Mehemed war durch dieſe Erklärung keineswegs zufrieden geſtellt; er wies Abbas aus dem Zimmer und verurtheilte ihn zu dreimonatlichem ſtrengem Gefängniß.

. Urrtheile. Hegebnisse,

ſo ſchön, daß das Publikum in enthu⸗ ſiaſtiſchen Beifall ausbrach; die ganze Oper gefiel außerordentlich und Kreu-

Mignon.Zeitung.

Feuilleton aus Wien. (Vierte Lieferung.). Um Ihnen, Herr Redakteur, was Neues mitzutheilen, beginne ich gleich mit der Nachricht, daß(wie allgemein geſprochen wird) unſer gefeierte Deinhardſtein ein neues Stük:Benvenuto Cellini ge ſchrieben. Es ſoll in Kurzem zur Dar- ſtellung kommen, und wird wohl die höchſte Spannung herbeiführen. Kreuzer'sNachtlager iſt auf dem Kärnthnerthortheater in die Szene ge gangen; Schober gab den Jäger gut, jedoch mit Pöck hält er keinen Ver⸗ gleich aus. Wild und die Löwe ſangen

zer wurde lebhaft gerufen. Hr. Rap⸗ po produzirt ſeine Kunſtſtükchen auf dem Joſephſtädter Theater; ſchon zwölf Mal ſpielte er zum lezten Male und gibt immer außerordentliche Vorſtellun⸗ gen. Nach der neueſten Affiche ver- ſchiebt er wieder ſeine Abreiſe und gibt noch einen Cyklus von Produktionen; das Theater iſt dabei meiſtens leer, und Nappo im Publikum bereits ohne Zugkraft. Der zweite Theil von Vogl's Balladen wird dieſer Tage aus⸗ gegeben werden.(Wallishauſſer iſt Ver leger.) Dieſes Dichters Portrait, litho graphirt, iſt ſehr gelungen; jedenfalls