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eine anziehende Erſchzinung in den Auslagekäſten der Kunſthändler.— Von der Szene im„Sperl“ werden Sie ſchon gehört haben. Ein hieſiger Li— terat beſpricht einen öffentlichen Ve— luſtigungsort, findet das Arrangement ſehr hübſch, die Idee aber zu tragiſch und vielleicht an ſolchem Orte unpaſ— ſend. Seine Anſicht erſcheint in einem hieſigen Blatte. Einige Tage darauf beſucht derſelbe Referent jenes Lokale; der Wirth lokt ihn unter einem paſ— ſenden Vorwande in ſein Zimmer, ſperrt die Thüre ab und prügelt mit einer Hunds peitſche den Kritiker, weil er ſeine Kompoſition nicht unbedingt gelobt, halb todt. Und ſo was geſchieht im Jahre 1857 nach Chriſti Geburt! — Der Wirth, über den ich hier gar nichts Näheres ſagen will, wird aber ſeinen thieriſchen Streich wohl em— pfindlich büßen; denn ſein Recht erhält in Oeſterreich auch der Geringſte und es iſt kein leerer Schall um die Worte: Recta tueri, um dieſe zwei kaiſerlichen Worte!— Jene Szene fiel zwiſchen Hrn. Wieſt, einem Schriftſteller von entſchiedenem Talent, und dem Wirth Scherzer vor. Hüte ſich vor der Hand jeder Gaſt Scherzers, ſeinen Wein ſchlecht zu finden, ſonſt iſt er ſeines Lebens nicht ganz ſicher!— Unſer emi⸗ nente Halm ſchrieb ein neues Trauer— ſpiel in 1 Akt:„Camoens.“ Alſo ein Künſtlerdrama? Es wird dieſer Tage im Burgtheater in die Szene gehen und dieſes Produkt iſt ſonach die dritte Blüte, welche der geniale Dichter für die Oeffentlichkeit ſchuf. Wenn ſeine Produktivität ſo groß, wie ſeine Ge— nialität iſt, dann Herr Raupach in Berlin, haben ſie einen gewichtigen Nebenbuhler, der Ihnen Ihr faſt aus⸗ ſchließliches Regiment auf der deutſchen Bühne entreißt.— Halm's„Griſeldis“ iſt bei Gerold unter der Preſſe. Sincerus.

New⸗ Mork. Ein bieſiges Zei⸗ tungsblatt enthielt neulich, außer einer großen Auswahl von Gegenſtänden, vielen Ankündigungen und fremden und einheimiſchen Neuigkeiten, auch einen vollſtändigen Abdruk des heurigen eng— liſchen Almanachs: Friendship's Oſle- ring(der 584 Seiten zählt und gegen 10 fl. Conv. Münze koſtet)! Dieſes Blatt kommt wöchentlich heraus und koſtet des Jahrs nur 2 Dollars(4 fl. C. M.) mithin jedes Blatt etwa 42 kr. C. M. Es enthält 64 enggedrukte Kolumnen, jede von 240 Zeilen, im kleinſten Druk, iſt ungefähr viermal ſo groß als die Literary Gazette und kann allenthalben durch die Poſt be— zogen werden. A.

München. Unter den Vorfällen in unſer Stadt hat kürzlich der Van⸗ kerott eines jungen Schneidermeiſters einiges Aufſehen erregt, der in ſehr kurzer Zeit ein verhältnißmäßig gro— ßes Falliment gemacht hat. Da er ſeine Studien als Kleiderkünſtler kzu Paris gemacht hatte, ſo brachte er auch den Maßſtab der Lebensweiſe der Pariſer Modeherren mit in die Heimath, die er hier fortzuführen bemüht war.. dieſe indeſſen nicht lange fortgeführt werden konnte, ſo beabſichtigte er, wieder nach Paris zu gehen, wozu ihm aber der Paß wieder abgenommen wur— de, den er ſchon in Händen hatte, und er wird, bis zu ausgemachter Sache, das Weichbild unſerer Stadt nicht ver— laſſen. D.

Edinburg. Hier ereignete ſich vor einiger Zeit der ſonderbare Vor— fall, daß der Schauſpieler Winning und die ſchöne Miß Venſon in einem kleinen Stüke,„die unvorhergeſehene Heirath“, den Einfall bekamen, vor Ende des Stüks ſich ernſtlich zu ver— heirathen; ſie traten daher vor, und baten das Publikum, ihnen zu erlau⸗ ben, daß ſie ſich auf kurze Zeit ent⸗