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Zahl iſt ſchon reſpektabel genug. Doch waren die früheren Jahre noch weit fruchtbarer. Von 1789 an bis 1830 hat man über ſiebenzig Tauſend neue Geſeze fabrizirt. B.
Local-Zeitung.
privatkonzert. Am 9. d. M. gab der zehnjährige Vinzenz Adler(Schüler ſei⸗ nes Vaters und des Hrn. Kapellmeiſters Er— kel) ein Privatkonzert im Redoutenſaale. Wir lernten abermals ein junges Talent kennen und freuen uns in unſerer Stadt wieder eine Blüte entdekt zu haben, die über kurz oder lang zur ſchönſten Blume heranreifen dürfte. Der junge Adler ſpielte auf dem Piano ein Rondo v. Herz, das Trio in Es b. Beet— hoven mit Violin- und Violoncellbegleitung (von den Hrn. Taborsky und Wagner) und endlich Variationen über ein Thema aus der „Ballnacht.“ In allen drei Piecen entwikelte er nicht nur eine weit vorgerükte Fingerfer— tigkeit, ſondern auch ſchon ſtark bemerkbare Anflüge von Eleganz und Gefühl im Vor⸗ trage, was bei Knaben ſeines Alters noch zu den Seltenheiten gehört. Beſonders bemerk— ten wir dieſen Vorzug in der Beethovenſchen Kompoſition, die nicht nur Präziſlon, ſondern auch Feuer und Gemüth erfordert.— Der junge Klavierſpieler erhielt lebhaften und ge— rechten Beifall, der ihn und ſeine trefflichen Lehrer zum rüſtigen Fortſchreiten ermuntern möge.— Hr. Oberhoffer ſang zwei recht ar⸗ tige Liederchen recht artig.
Konzert der Familie Mul⸗ der. Die in dieſen Blättern ſchon beſproche⸗ ne Künſtlerfamilie Mulder aus Amſterdam gab am 11. d. M. wieder ein Konzert im Re⸗ doutenſaale, das in Hinſicht des Gebotenen ſehr ausgezeichnet war. Vorzüglich bewunder⸗ ten wir das Kompoſitionstalent des 15⸗jähri⸗ gen Richard Mulder, der dabei eine glütliche Phantaſie u. Schwung in der Ausführung be⸗ urkundet. Auch im Vortrage muß man ihm Genialität zuerkennen, ſein Anſchlag athmet
Kraft und Seele. Sehr liebenswürdig iſt ſei⸗ ne 10-jährige Schweſter und Schülerin Cäci— lie, die mit Recht den Namen der Patronin der Muſik führt. Sie ſpielt fertig und lieb.
Auch ihre Deklamation in franzöſiſcher Sprache
hatte etwas Einnehmendes.— Das Schmidt— lied, geſungen von Hrn. Mulder, Vater, iſt eine effektvolle Kompoſition.— Mad. Kalis— Padiera deklamirte ein Gedicht von J. G. Seidl mit Richigkeit u. Wärme. Hag.
Benefizen. Heute findet die Beneſize unſers erſten Flötiſten Hrn. A. Pfeiffer ſtatt, wobei Vieuxtemps mitwirkt.
Morgen, Donnerſtag, den 16. März, wird, zum Vortheil des Theaterdichters Hrn— Karl Haffner, eine von ihm ſelbſt verfaßte, wie wir hören, ſehr intereſſante dreiaktige Lo— kalpoſſe im Theater gegeben. Der Titel iſt: „Der peſther Jahrmarkt“. Erſte Abtheil.„das Dampfſchiff Pannonia“, zweirg Abth.„der Peſther Jahrmarkt“, dritte Abt „der falſche Virtuoſe auf dem Stroh- und e Holzinſtrument“(worin Herr Rott, un“ Liebling, bekanntlich den berühmten Guſik zw unvergleichlich imitirt) 3
Am Palmſonntage gibt unſer erſter Vio⸗ loncelliſt u. Soloſpieler Hr. Wagner eine große muſikaliſche Akademie im Theater, wobei der gefeierte Virtuoſe Bie uxtempes mit⸗ wirken wird. Dieſe Akademie dürfte ſowohl durch die Auswahl der klaſſiſchen Nummern, als durch die Mitwirkung bedeutender Vir⸗ tuoſen eine der intereſſanteſten werden, die je hier abgehalten wurden. Vieuxtemps ſpielt zwei neue hier noch nie gehörte Konzertſtüke und außerdem noch in den hier ſo beliebt ge⸗ wordenen ungariſchen Variationen für Vio— line und piano, komponirt von Erkel und ihm. Dann werden wir Beethovens große Symphonie in A- dur hören; der geſchäzte Konzertgeber ſelbſt ſpielt die beliebteſten Kom⸗ poſitionen Rombergs de.
Beilage: Der Schmetter⸗ ling. Nr. 5.
albſähriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5
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5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb
des Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k.
Poflämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


