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keren Vloloncelliſten Kazatel, Varia⸗ tionen fürs Klavier und Violoncello vor; der Tenoriſt, Hr. Vayer, ſang eine ſchwere Arie von Marſchner und das Theaterorcheſter führte mit löbli⸗ cher Pröziſion die Ouvertüren aus„Fer⸗ dinand Cortex“ und„dem Leichenräu⸗ ber“ aus. Stürmiſchen Beifall aber erregten der Prolog und das Gedicht „der Abt“, welche Dichtungen ei gens zu dieſem Behufe der Dr. Feiſt⸗ mantel verfaßte und Herr Lippmann trefflich deklamirte. Dichter und De— klamator mußten, rauſchen applaudirt, wiederholt erſcheinen. N.
Klauſenburg. Die Peſther Tonkünſtler Stanislaus Szerwaczinski und Joſeph Wagner gaben im Februar drei Konzerte mit großem Beifall. Hr. Wagner war dem hieſigen Publikum durch ſein meiſter haftes Spiel auf dem Violoncello aus einer früheren Zeit bereits bekannt, aber Hr. Szerwaczinski war zum erſten Mal in Klauſenburg und riß durch ſeine vollkommene Fer— tigkeit im Violinſpiel, die Reinheit ſeiner Töne und den Ausdruk der von ihm vorgetragenen Stüke alle Zuhö— rer hin.—y.
Mignon Zeitung.
Buntes aus Paris. Ein Journal ſpricht von dem ſeltſamen Plan, den Pont Royal abzutragen, und eine neue Brüke, den Rue Belle⸗ chaſſe gegenüber, zu erbauen, damit das Schloß nicht mehr ſo nahe an ei— nem öffentlichen Durchgang liege. An der Teraſſe am Flußufer ſoll ein neuer Eingang angebracht werden, um die Spazirgänger von den Tuilerien zu entfernen.— Während die Errichtung von 30 neuen Runkelrübenzukerfabri— ken gemeldet wird, ſollen mehr als 30 bereits beſtehende im Norddepartement
aufgehoben werden.— In elner Ge⸗ meinde bei Tours in Frankreich war ein Fäßchen Pulver, um Steine zu ſprengen, in einer Meierei niederge— legt worden. Die Pächterin und ihre beiden Töchter nahmen ein wenig von dem Pulver und zündeten es zu ihrer Beluſtigung an, unglüklicher Weiſe kam es mit dem Fäßchen in Be⸗ rührung, deſſen- Inhalt ſich entzünde— te, und das ganze Haus in die Luft ſprengte. Die Mutter und die älteſte Tochter wurden rettungslos aus den Trümmern hervorgezogen; für die jüng— ſte iſt noch Hoffnung vorhanden.— In Rouen iſt dieſer Tage einer der älte— ſten Kaufleute, Hr. Duprs, geſtorben. Er war von ganz armen Eltern, und hat ſich durch ſeine Betriebſamkeit ein Vermögen von 22 Mill. Franks erwor⸗ ben.— Zu Rubergue bei Aire ſezten ſich am Faſchingsdienſtag Abends 6 Uhr vier Bauern zum Spiele nieder, und ſpielten bis am andern Morgen 8 Uhr, ohne zu zanken oder zu ſchlafen. Ein ſolcher Vorfall wird in den Annalen des Kartenſpiels wenige ſeines Glei— chen haben.— In Rouen hat ſich die— ſer Tage ein altes Weib aus Furcht vor der Grippe erhängt.— Bei der Präfektur des Seinedepartements ſind große Bauten im Werke. Es ſollen nicht weniger als 50 neue Straßen in Paris angelegt werden, und 30 andere eine geradere Richtung erhalten.— Die Entdekung der Reuen Höllenmaſchine hat, wie Sie wohl denken können, nicht verfehlt, den tiefſten Eindruk auf die Gemüther zu machen. Er wurde noch verſtärkt durch die Selbſtentlei— bung Champions und die dadurch ent— ſtandene Unmöglichkeit, Aufſchlüſſe von ihm zu erhalten. Jezt liegt ſein Leich— nam in der Morgue, und das Volk ſtrömt hin— nicht über ſein beabſich— tigtes Verbrechen Beobachtungen anzu— ſtellen— ſondern über die böchſt ſon—


