Kunst, Eleganz und Mode.

Vebuer Garbe guꝗ.

20. Sonnabend, 11m. März. 1837.

n

(Fortſezung.)

Der Tag ſeiner Abreiſe war bereits feſtgeſezt, denn er hatte verſpro⸗ chen, zu einer beſtimmten Friſt in dem Städtchen einzutreffen, wo man ſeine baldige Ankunft erwartete; aber noch immer hatte ein neidiſcher Zufall ihn verhindert, mit der Geliebten ſeines Herzens zuſammen zu treffen. Endlich, am Tage vor ſeiner Abreiſe, als er ſchon gänzlich die Hoffnung aufgegeben, ſeinen höchſten Wunſch erfüllt zu ſehen, gab ſie ihm ein Zeichen, daß ſie kurz vor dem Ein bruche der Dämmerung ihr Haus verlaſſen würde. Er ſchöpfte wieder Troſt. Sein Herz pochte den ganzen Tag über mit hörbaren Schlägen, und wer ſeine Unruhe bemerkt hätte, würde für ſeinen Verſtand gefürchtet haben.— Die ſeligſte aller Stunden ſeines Lebens war gekommen; die Schöne verließ Zimmer und Haus. Nach einigen Minuten befand er ſich bereits in ihrer Nähe, auf der entgegengeſezten Seite der Straße.— Schon lag das elterliche Haus in weiter Entfernung hinter ihr und der liebeverwirrte Arzt war eben im Begriff, an ſie heran zu treten, als der junge Mann, den er öfters im Hauſe gegenüber geſehen hatte, von ungefähr aus einer andern Straße der Dame entgegen kam, ſich ihr ohne Weiteres zum Begleiter auf⸗ drang und ein Geſpräch mit ihr anknüpfte. Ein größeres Unglük konnte un ſern Arzt nicht treffen. Ich vermag nicht die Gefühle zu ſchildern, die ſeine Bruſt zuſammenpreßten; er konnte ſeine Wuth kaum zähmen und wünſchte nichts weniger, als daß der Unberufene, der mit einem Male alle ſeine Hoff⸗ nungen vernichtet hatte, auf der Stelle gleich einem böſen Geſpenſte ver- ſchwinden möge. Sein Wunſch wurde aber nicht erfüllt; er mußte ſogar zu ſeinem größten Verdruſſe ſehen, wie Jener die Dame ſeines Herzens vor dem Hauſe, in welches ſie gehen wollte, nicht verließ, ſondern mit ihr zugleich in daſſelbe trat. In der Thür wandte ſie ſich noch einmal um; ihre Blike, trau—