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cief, möge ihr zum Beweis dienen, daß das Publikum ſie noch öfter zu hö— ren wünſcht.“— Man hofft die Sänge— rin noch als Semiramis und Norma vor ihrer Abreiſe, die in den erſten Tagen des März erfolgen dürfte, zu hören. F.
Mignon. Zeitung,
Marſeille. Paganini iſt hier und hat bereits zwei Konzerte gegeben. Kenner behaupten, es gehe dimenuendo in ſeiner Kunſt. Aber er ſoll noch weit mehr als ſonſt einem Skelette ähnlich ſehen. Se.
Mailand. D. Balzar(ſagt das Echo), wer kennt nicht Herrn Balzac's allbeliebte Werke?— u. ſein Stok— wer hat nicht von dem berühmten Stoke reden gehört? beide ſind nun ſeit ei— ner Woche zu Mailand.— Schreiber dieſes hat bereits den erſten geſprochen und den zweiten geſehen, den erſten liebenswürdig und geiſtreich, den zwei— ten aber ſeines großen Rufes nicht ganz werth befunden. M.
New or k. Die beiden ſia⸗ meſiſchen Zwillinge ſind jezt zu Wil⸗ mington im Staate Delaware. Der Eine iſt in ein junges Mädchen ver— liebt, das ihn heirathen, aber ſeinen Bruder nicht mit in den Kauf neh⸗ men will. E.
8 Buntes aus Paris. Der kürzlich in Marſeille verſtorbene Herr Ferard hatte auf ſeinem Landgut einen Neger, der ihm ſehr ergeben war. Auf die Nachricht vom Tode ſeines Herrn eilte er nach der Stadt, und verlangte
ihn nochmals zu ſehen; beim Anblik der Leiche aber ſank der treue Diener, vom Schlag getroffen, leblos zu Bo— den.— In Rouen iſt dieſer Tage eine volin, Mad. Pruzinska, angekommen, die den lezten Befreiungskrieg mitge— macht hat, und mit Narben bedekt iſt. Seit 3 Jahren befand ſie ſich in den Gefängniſſen von Warſchau. V.
Local-Zeitung.
Die Schüffbrüke. Die Freude, welche wir empfanden als heuer die Schiff— brüke ungewöhnlich frühe an Ort und Stelle kam, nämlich ſchon am 1. März, war nicht von langer Dauer. Die Elemente waren uns nei— diſch darum. Die wieder zurükgekehrte Kälte verſah die Donau wieder reichlich mit Eis, das der nicht eiſernen Konſtruktion der Brü—
ke dergeſtalt bedrohlich wurde, daß dieſelbe
am 6. Vormittags wieder ausgehoben wer— den mußte. Obwohl die Brükenpachtung mit lobenswerthem Eifer für die augenblik— liche Herſtellung der Ueberfuhr ſorgte, ſo ſind doch die dadurch entſtandenen Verwir— rung und die Verlegenheiten ſehr groß und um ſo empfindlicher, da der Markt vor der Thüre iſt. O möge doch wenigſtens durch dieſes Mißgeſchik das Projekt einer ſtabilen Brute wieder aus ſeiner Lethargie gerüttelt werden und zur Ehre u zum Wohle der beiden herr— lichen Hauptſtädte und des Vaterlandes ſich realiſiren! F.
Benefize. Unſer wakere Schauſpie— ler Herr Dietrich hat künftigen Sonn⸗ abend, den 11. d. M. ſeine Einnahme. Er hat eine ſeiner Stellung und ſeinem Talente wür— dige Wahl getroffen. Er gibt das lezte im k. k. Burgtheater zu Wien gegebene klaſſiſche Werk Grillparzers:„Der Traum ein Leben.““ Es iſt zu erwarten, daß dies Drama hier eine gleich glänzende Aufnahme wie in der Re— ſidenz finden werde.
Halbjähriger Preite 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 5 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrilken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb
des Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und
bei allen k. k. Poſlämtern.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


