Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
131
 
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Das ganze Geſchlecht, das mit mir lebte, ſchwindet um mich hinweg, wie das Wintereis in den Frühlingsbächen. Ich werde bald bei den Geſchiede nen ſein. Sage aber, wann du deinen Weg fortwanderſt, ſage denen, der Weiſe, der Chriſt widerſtehe dem andrängenden Zorne ſeives Herzens und laſſe die Rache dem, der da durch die leiſe und unwiderſtehliche Hand der Zeit wirkt und früh oder ſpät unſere Feinde vor uns demüthigen wird.

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Alle huſten, alle nieſen,

Alles ſpricht mit rauhen Kehlen Und die Doktorwagen rennen, Kranke mit Arznei zu quälen. Jeder ſchleicht, als ob die Ferſe Ihm mit Blei wär' ausgegoſſen, Poſt, Kaſern', Theater, Vörſe Sind gelichtet, faſt geſchloſſen. Alles dreht ſich um das Eine,

Von nichts Anderm würd geſprochen: Haben Sie ſchon überſtanden? Haben Sie geſchwizt, gebrochen? Freunde meiden jezt einander,

Wie der Steuermann die Klippe, Denn des Freundes Frau und Kinder

Hatten geſtern ſchon die Grippe.

Nur mein Nachbar, der ſie lobet: Seine Frau, die wie Fantippe Tag und Nacht geraſ't, getobet, Schreit nicht mehr, ſie hat die Grippe! Grippe, Grippe, Teufelsnixe, Wer hat dich hieher beſchieden? Kommſt du aus Pandorens Büchſe? Sandten dich die Eumeniden? Sieh' der Frühling naht dem Throne, Flieh' vor ſeinem Götterlächeln; Rauh und naß iſt deine Zone, Mild und freundlich iſt ſein Fächeln. Fort! daß Liebe wieder ſchenke Ihre Küßchen meiner Lippe Und ſie nicht mehr fürchtend denke: Ach du Gott er hat die Grippe! Raphael E.

Theater.

Peſth(28. Februar). Mad. Birch- Pfeiffer und Raimund füllten in den lezten Tagen Hand in Hand unſer Repertoir aus.Die Günſtlin ge,Peter Szapar(in ungariſcher Sprache),der Verſchwender(Vene fize des Hrn. Kalis)Hinko, der Frei knecht und endlich geſterndie gefeſ ſelte Phantaſie(Venefize des Herrn Lang) folgten unmittelbar aufein ander mit mehr oder minder günſti

gem Erfolg. Die zwölfte Darſtel

lung des Verſchwenders hatte noch im mer ein ziemlich gefülltes Haus zuwe gegebracht, vorzüglich beugten ſich die Gallerien unter einer anſehnlichen Laſt von Kunſtkennern; Logen und Sperrſize aber waren ſpärlich beſucht. Intereſſant war es, daß unſere erſte tragiſche Künſtlerin Mad. Kalis⸗Vadjera die Rolle der Fee Cheriſtane übernahm! Die abgegangene Dem. Peroni hat ſich in dieſer Rolle Lorbeern geſammelt; ſie ſoll ſie aber auch unter unmittelba rer Aufſicht des ſel. Raimund einſtudirt haben; da muß nun ihre Leiſtung dop pelt genial geweſen ſein, indem ſie den