Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
124
 
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Er koſtet mich zehnmal mehr, als er werth iſt, und ich kann nicht verlangen, daß Sie meine Thorheites bezahlen.

Dabei blieb es vor der Hand, aber Lord Nelſon hatte Alles geſehen und gehört. Den andern Tag begab ſich der Held zu dem Herzoge und ſagte: F., Sie ſind mein Freund, und Sie müſſen mir eine Gefälligkeit erzeigen. S. betheuerte ſeine Bereitwilligkeit.Ich wünſche, daß Sie mir den Ring abtreten, welchen Sie geſtern Abend trugen, mir aber auf Ihr Ebren⸗ wort ſagen, was er koſtet. S. ergab ſich in ſein Unglük, ließ den Kopf hängen und ſuchte den Ring, den er mit einem Seufzer und den Worten über⸗ gab:Da iſt er, Mylord; ich glaubte, mich nie von ihm trennen zu müſſen (zweiter Seufzer); er koſtet mich 400 Thaler. a

Nelſon bezahlte die Summe, obgleich der Ring nicht den zehnten Thell werth war, drükte ſeinem gefälligen Freunde die Hand,, nahm den Ring und ging. Abends zeigte ſich Lady Hamilton mit dem neuen Schmuke.

Haushälteriſche Frauen.

Man hat die Bemerkung gemacht, daß ökonomiſche Frauen am reizbar⸗ ſten und am wenigſten umgänglich ſind, wenn ſie eines ihrer größeren Wirth⸗ ſchafts,Geſchäfte vor ſich haben. Bei einer Haupt-Wäſche wird das Haupt des Mannes leicht mit in die Wäſche genommen; wenn Gäſte im Anzuge ſind, thäte der Gemahl am beſten, während der Vorbereitungen ſich anderswo zu Gaſt laden zu laſſen. Schon an einem Markt-Tage iſt er in Gefahr, daß hm Manches von ſeinem Willen abgehandelt wird; beim Einbökeln des Flei⸗ ſches zum Winter⸗Bedarf fällt für den Hausherrn vorweg etwas Schärft ab, und ſtört er ſeine Wirthſchafts-Herrtn, ſei's auch mit dem triftigſten Grunde, beim Einmachen der Früchte, ſo iſt's ausgemacht, daß es ihm üble Frucht trägt. Iſt nun gar eine Puzmacherin oder Schneiderin im Hauſe, kann er ſehr leicht zu Auspuzern und ſchneidenden Antworten kommen genug, die Da men, welche gern den Ruf ſteter Freundlichkelt und Umgänglichkeit behaupten wollen, haben dies eingeſehen und deshalb den Entſchluß gefaßt, ſich gar nicht um Wirthſchafts⸗Angelegenheiten zu bekümmern. S. Hubert.

Das Theater in Mexiko.

Das Gebäude, welches den Schauſpielſaal enthält, iſt groß; alle Schau⸗ ſpieler und Sänger wohnen darin, und es umſchließt außerdem noch mehrere Reſtaurationen und Kaffe häuſer. Der Raum für die Zuſchauer iſt hufeiſenför mig, enthält aber die Bühne nicht mit, die man deshalb nur von einkgen Punkten aus ſehen kann. Sie iſt überdies ſo klein, daß nur einige Akteurs auf einmal auftreten können. Das Ganze iſt hübſch gemalt und wird von Gas erleuchtet. Die Logen haben nur eine ganz niedrige Vorderlehne, ſo daß ſie nicht wie Käfige ausſehen.Ich ſah, erzählte ein Reiſender,Mose in Egjtto. Die Sänger, ſämmtlich Italiener, waren gut, aber die Maſchine rie de. ſehr ſchlecht, dagegen die Dekorationen und Koſtümes reich und treu, und das Orcheſter brav. Die Regierung unterſtüzt das Theater durch einen