Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
121
 
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Kunst, Eleganz und Mode.

Leßuler Haßeg a 5

16. Sonnabend, 25. Februar. 1837.

rr derer.

* (Fortſezung.)

Der furchtbare Augenblik harrender Angſt war verſchwunden, und wei ter ging nun unſre Flucht; glüklich brachte ich die gefangene Waiſe zu mei nen Freunden. Einen Angriff auf den zahlreichen Feind verbot die Klugheit das erkannten wir klar unſerer kleinen Schaar. Wir flüſterten einen Au genblik in ernſter eifriger Berathung zuſammen. Den Hauptzwek unſeres Nachſezens hatten wir glüklich erreicht, meine holde Braut ſicher in unſerer Mitte und ſo beſchloſſen wir in möglichſter Eile nach unſerer Niederlaſſung zurükzukehren. Wir begannen unſern Rüktritt bei dem unſichern Lichte des jezt von Wolken und Nachtnebeln verdüſterten Mondes. Der Morgen ragte über unſerem Waldzuge in Purpurglanz und thauiger Friſche. Die fröhlichen Töne der Frühmuſik zeigten, daß jedes Leben ſich des neuerwachenden Tages freue nur wir nicht. Denn von den Bergen herab hinter uns ließ ſich der heulende Verfolgungsruf der Indianer hören.

Zu kämpfen, weiter zurükzuweichen oder ein ſchirmendes Verdek zu ſu⸗ chen eine andere Wahl hatten wir nicht. Die Feinde waren uns an der Zahl zehnfach überlegen. Ihre Roſſe waren friſch; die unſeren e Die kaum gerettete Waiſe denſelben Kugeln, die uns aus ihren Feuergewehre drohten, auszuſezen war gegen unſern Willen. Eines jener weiten, läng lichrunden, ausgetieften Beken, wie man ſie ſo häufig am Saume der weſtli chen Pralrieen findet, zeigte ſich gerade vor uns. Einmüthig ward beſchloſſen, in das Beken hinabzuſteigen, unſere Roſſe mit hinab zu nehmen und hier, wenn es anging, ſo lange verſtekt liegen zu bleiben, bis der Verfolgungs ſturm vorübergerauſcht ſei. Wenn der Feind unſere Spur nicht ausgeſpäht hatte, ſo ſtand unſer Spiel gut. Das Beken mochte in ſenkrechter Tiefe ge gegen hundert Fuß meſſen, und der Weg hinunter war ſo abſchüſſig, daß un⸗

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