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Weſen, das, gleich ihr, den Uebrigen ſo wenig ähnelte, in dieſe Wälder ver- ſchlagen worden ſei.
Ihr Vater kam, ſie abzuholen. Sie beſtiegen ihre Roſſe und ritten heimwärts. Meine Augen und Gedanken begleiteten ſie, während noch immer das unvermindert fortrauſchende laute Treiben fröhlicher Luſt mir in die Oh⸗ ren tönte.— Der Sturm des Krieges hatte an unſerer endloslangen Grenz— linie hin zu toben angefangen, und die grimmigen unbarmherzigen Wilden aus dem Norden waren hereingebrochen unter die kaum angeſiedelten Bewohner der Ebenen von Illinois. Wir hörten allmälig mehr und mehr von ihren Verwüſtungen mit Feuer und Schlachtaxt. War es Zufall, war es Ahnung— ich weiß es nicht? allein es war mir, als ob eine innere Stimme mir zuriefe, mich antreibe, den Fortreitenden nachzugehen. Ich folgte ihnen über die Hü— gel hin, bis der Schein unſerer Feuer meinen Bliken entſchwunden, der fröh— liche Jubel um ſie her meinen Ohren verklungen war. Immer weiter von Höhe zu Höhe zog mich mein Weg, da hörte ich plözlich in einem Dikicht, nur eine kleine Streke vor mir, den Knall einer Büchſe und im ſelben Augenblik einen gellenden durchdringenden Schrei. Im Nu war ich zur Stelle. Dem An— ſcheine nach ohne Leben und mit Blut überſtrömt lag Vater am Voden 3 ein halbunterdrüktes Aechzen, wie von einem zwiſche den gefallenen Bäuuen hin Fliehenden, leitete mich zur Tochter. Auch ſie lag auf der Erde; ob aber in Ohnmacht, ob im Tode, ließ ſich nicht We Indem ich nach ihr hin— ſprang, ſtolperte ich über einen windgebrochenen Baum. Das rettete mein Le— ben vor dem nimmer fehlenden Zielwurf eines indianiſchen Kampfbeils, das an dem Punkte vorüberblizte, nach welchem ich ſonſt vorgeeilt wäre. Im Au— genblik darauf hatte mich der Schleudernde in tödtlichem Ripgkampfe gefaßt. Da lernte ich zum erſten Male aus Erfahrung die Angriffswuth des rothen Mannes kennen. Die Vorſehung oder die Liebe verliehen mir ein übermenſch⸗ liches Widerſtandsvermögen. Während ich mich dem furchtbaren Eiſengriffe meines Gegners abrang, hatte ich ihm, ich wußte ſelbſt kaum, wie? eine ſol⸗ che Wunde beigebracht, daß ich ſeinen krampfhaft feſten Griff erſchlaffen fühlte. Die Arme ſanken ihm kraftlos zurük; und das düſtre Dräuen getäuſchter Ra— che furchte ſeine grimme Stirn im Tode.
(Fortſezung folgt.)
Ueber die Pede n.
Die Perlen erſcheinen bald kugelrund, bald länglich, birnenförmig oder hökerig und ungleich. Leztere werden von den Franzoſen perles baroques ge— nannt. Beim Verkauf werden ſie in Stükperlen, Zahl-, Unzen- oder Loth—⸗ perlen, Broken- und Kartenperlen eingetheilt. Die der erſten Sorte ſind durchaus gleich und ſchön rund; die Brokenperlen aber ſind ungleich, ekig, aber doch von einer bedeutenden Größe und ſtehen im Werthe der erſten Sorte ſehr nah. Kartenperlen heißen diejenigen, welche auf einer Seite flach ſind.
Die Vollkommenheit einer Perle beſteht in einer ſchöänen Rundung, ſo— dann muß ſie viel Glanz und Klarheit haben: dieſes nennt man ſchönes Waſ— ſer. In Europa wird dieſe Sorte weißer Perlen am höchſten geſchäzt, in Ara⸗ bien aber und Oſtindien liebt man die Perlen, die in's Gelbliche ſpielen; in


