Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
108
 
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noch andern Ländern zleht man diejenigen vor, die in's Schwärzliche fallen. Ungewöhnlich große Stüke werden Parangon Perlen genannt. Ein ſolches Per⸗ lenſtük wurde 1579 dem Könige Philipp von Spanien überreicht. Es war bir⸗ nenförmig, hatte die Größe eines Taubeneies und wurde zu einem Werthe von 14.400 Dukaten angeſchlagen. Im Jahr 1633 ſah der, große, in Aſien reiſende Tavernier(er war Edelſteinhändler) eine Perle bei dem Könige von Perſien, welche derſelbe für 610,400 Thlr. von einem Araber gekauft hatte.

Die große Perle der Cleopatra ſchäzte Plinius auf mehr als 500,000 Thaler am Werthe.

Kleine Samenperlen, die noch nicht durchbohrt ſind, werden das Loth zu 18 Gr. angeſchlagen. Schöne Samenperlen, die zum Stiken angewendet werden, werden für 25 Thlr. à Loth gekauft. Die hökerigen oder Baroques- Perlen werden, wenn 230 Stük auf ein Loth gehen, mit circa 6 Thlr. be⸗ zahlt; gehen hingegen nur 15 Stük lauf ein Loth, ſo werden ſie mit 125 Thlr. bezahlt. i

Vollkommen runde Zahlperlen werden ebenfalls, nach dem Gewichte ver kauft, und zwar in dieſem Maße. Der 1 Oran mit 1 Gr., der ganze Gran mit 1 Or., 2 Gran-Perlen mit 10 Gr., 8 Gran oder 2 Karat mit 16 Thlr., Perlen zu 16 Gran oder 4 Karat mit 75 Thlr., zu 6 Karat zu 275 Thlr., zu 8 Karat zu 750 Thlr. das Stük, zu 10 Karat mit 1000 Thlr. das Stük. Die birnenförmigen, ob ſie gleich ſchön ſind', werden weit wohlfeiler verkauft.

Ein Mädchen mit 100,000 Gulden. (Zur Dek lamation.);

Ihr alt' und jungen Mädchenkenner,

Die Ihr den Eh'ſtand noch nicht kennt, Doch Väter oder Ehemänner

Recht ſehnſuchtsvoll zu werden brennt,

ö Erwählt Euch meine Tochter Käthchen;

Mit hunderttauſend Gulden kehrt In Eurem Hauſe ein das Mädchen,

Die ſind doch einer Heirath werth?

Sie zählet noch nicht neunzehn Jahre, Und iſt doch ſchon hübſch voll und rund,

Hat blaue Augen, ſchwarze Haare Und einen kleinen Purpurmund;

Iſt doch nicht eitel, nicht voll Launen, Verſtändig zwar, doch nicht gelehrt,

Das iſt ſo ruft Ihr ſelbſt mit Staunen Wohl zwanzigtauſend Gulden werth.

Sie weiß die Wirthſchaft zu verwalten, g

Ißt mäßig, trinkt nicht Bier, noch Wein, Verſteht mit wenig haus zuhalten,

Man ſieht die Möglichkeit kaum ein; Sie ſelbſt kann Lekerbiſſen meiden,

Doch, wenn's ihr lieber Mann begehrt, So ſchafft ſie Alles ihm mit Freuden;

Das iſt zehntauſend Gulden werth. Durch Modetand und prächt'ge Kleider

Zu glänzen, kommt ihr nicht in Sinn, Das Mädchen iſt ihr eig'ner Schneider,

Und ihre eig'ne Puzerin.