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te unter ibn ſch amn derben Schnu⸗ pfen zuzogen, und nannten das Ding bei dem deutſchen hergebrachten Namen. Jezt iſt's die Grippe; warum? weil man wirklich, ſei man auch körper⸗ lich ganz geſund, im Allgemeinen die „Grippe“ hat, oder, um das Wort in unſerer Sprache zu übertragen, die un⸗ widerſtehlich thörige Neigung Alles in anderem, und verſteht ſich in unk lare⸗ rem Licht erſcheinen zu laſſen. G.
6 Local-Zeitung.
Muſi k. ueber Bleuxtemps, der geſtern im Redoutenſaale ſein erſtes Konzert gab(darüber wir nächſtens referiren werden), ſpricht ſich der öſterr. Zuſchauer folgender maſſen aus:„Wenn man erfahren will, wie ſchnell wahre Kunſt die Herzen der Menſchen gewinnt, muß man Vieuxtemps zum erſten Mal hören. und wenn dann alle die Hun⸗ derte ſeiner Zahörer von der Zartheit des Vortrages, der Innigkeit des Gefühles, der
Fülle ſeiner Melodie hingeriſſen werden, und
Reich ſund Arm, der Hartherzige wie der Empſindſame, hingerlſſen ſind von dem leb⸗ hafteſten Antheil für den beſcheidenen und noch linkiſchen Jüngling, und lauter, faſt nicht endender Beifall die Hallen der Kunſt durchbebt— begreiflich wär's dann, wenn Einer über Amphion's Fabel nachdenklich würde, und die Möglichkeit dächte, daß der Töne Macht einſt die Steine des Feldes und die Bäume des Waldes zu bewegen ver— mochte!„Sei uns willkommen aus den vie— len Tauſenden Einer, deren mühvolles Rin⸗ gen die Kunſt und das Glük u ſo früh ſchon mit dem Strahle der Anerkennung belohnt — dreimal Glüklicher du, der am Morgen ſeiner Tage ſchon findet, wornach Andere am Abend noch kämpfen, auf daß den Ermüde⸗ ten die mattgewordenen Augen ſich ſchließen! Gehe nun hin, mit dem Empfehlungsbriefe des kunſtſinnigen Wiens, nach dem geldrei— chen London und wortreichen Paris— ſinde den Lohn deiner Anſtrengung überall, danke
den Sorgen und Mühen deknes Vaters es lebenslang, daß er deinen Kürſtlerberuf er⸗ kannt und verſtändig genährt— ernte al⸗ len Segen der Kunſt ohne hee Dornen und ihre Qual!“ E.
Konzert der Familie Mulder. Dieſes Konzert(am 9. d. M.) zog ein anſehn⸗ liches Auditorium in den Redoutenſaal. Der 15-jährige Pianiſt Richard Mulder entfaltete eine große Fertigkeit und einen kunſtgerechten Vortrag und in der von ihm ſelbſt kompo⸗ nirten Fantaſie auch eine ſehr beachtenswerthe ſchopferiſche Muſe. Er erhielt verdienten Bel⸗ fall. Hr. G. Mulder(Vater) ſang in zwel Piecen und zeigte noch einige friſche Rudera eines einſtigen brillanten Tenors. Eine gar allerliebſte Erſcheinung aber war die kleine 10 jährige Cältlia Mulder(Schülerin ihres Bruders Richard), die in ihrem Spiele auf dem Piano ſchon eine Miniatur„ Virtuoſität beurkundete. Sie spielte ſo anmuthig und gra⸗ zios als ſie ſelbſt iſt, und erhielt rauſchenden Applaus. Sie deklamirte auch ein Gedicht von Caſtelli und klang auch ihr Dialekt ſehr fremdartig, ſo war doch die Betonung richtig und wirkungsvoll.— Hr. Oberhoffer führte ſeinen Theil im Duett mit Hrn. Mulder treff⸗ lich durch.
Akademie des Hrn. Gerſtel. Der Schauſpieler Hr. Gerſtel gab am 11. d. M. eine Abſchieds⸗Akademie im Redouten⸗ ſaale und die Theilnahme des Publikums ſprach ſich durch einen zahlreichen Beſuch aus. Es ward auch Intereſſantes geboten, wie es von der Mitwirkung einer Mad. Mink, der H. H. Winkler, Arnſtein, Oberhoffer und Kaler, ſo wie der Mad. Grill zu erwarten ſteht. Hr. Gerſtel ſelbſt ſprach außer einer Deklamation(des Magyaren Tod v. J. R. Vogl) noch Abſchiedsworte, die eben ſo herz⸗ lich gefühlt, als vom Publikum enthuſiaſtiſch aufgenommen wurden. v..
6 Muſikverein. Die vierte Pro⸗ duktion des Peſther und Ofner Mnſikpereins findet Sonntag den 19. Fehruar im Redou⸗ tenſaale ſtagz.
Halbſäbriger Preis 4 fl., mlt freler Poſtzuſendung 3 fl. Auf Velinbapter mit erſten Kurftrabdrüten 5 fl. und voſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumerirt im Kommiſſlonsamt zu Ofen(Fifung, auterbalb
del Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung iu Peſth und
bet allen k. f. Ppeftämtern.
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Herausgeber und Verleger Franz Wieſen. 4


