Jahrgang 
Band 1 (1837)
Seite
64
 
Einzelbild herunterladen

64

meiſten eleganten Ladeneinricht ungen daſelbſt gemacht hatte. Er war vollauf beſchäfti get, aber aller Gewinn reichte nicht hin, um ſeinen Hang zum Ver⸗ gnügen zu ſättigen. Zulezt war er genöthiget, die alte mit der neuen Welt zu vert auſchen. wo es ihm in New⸗ york bei ſeiner Geſchiklichkeit wieder ſehr glänzend ging. Allein verführt durch die Leichtigkeit des dortigen per⸗ ſönlichen Kredites kam er wieder in Verlegenheit. Er gerieth auf den ſchlechten Gedanken, falſche Wechſel zu machen, wofür er nach der Strenge der nordamerikaniſchen Geſeze gehan⸗ gen wurde. Sein Unglük hat in Ber⸗ lin wenig Mitleid erregt; ſeine be⸗ kannte Vergnügungsſucht hatte die Theilnahme für ihn ſehr gemindert. F. New Mork. Man iſt hier ſehr verlegen, was man mit dem Ueberſchuß der Staatseinnahmen, der an 42 Mill. Dollars(84 Mill. Guld. C. M.) beträgt, anfangen ſolle, ja man will ſogar die⸗ ſen Ueberſchuß als einen Nachtheil für den Staat anſehen. Wäre denn nicht die zwekmäßigſte und edelſte Art, ſich dieſes jährlich zu ergebenden günſtigen Ausfalls zu entledigen, wenn man damit die Emanzipation der Skla⸗ ven(allmälig durch Entſchädigung der Eigenthümer) vornähme? Amerika wür⸗ de ſich dadurch von einer Schmach be freien und der Menſchheit einen uner⸗ meßlichen Dienſt erweiſen. Ging doch England mit dem großen Beiſpiele vor an, ohne einen Ueberſchuß im Bud get zu haben, und troz ſeiner Rieſen Staatsſchuld! R. Madrid. Hier hatte man zu Anfang Januar jeden Morgen 8 bis 10

Grad Kälte, was bel der hohen Lage der Stadt empfindlicher iſt, als 24 Grad in einer niedrigern Gegend; da⸗ zu kommen die eiſigen Winde vom. ſchneebedekten Gnadaramagebirge her. In den Straßen Madrids liegt der Schnee einen Fuß hoch, ein Umſtand, deſſen ſich die älteſten Einwohner nicht erinnern. P.

Nürnberg. Der Nürnberger Korreſp. enthält folgende aſtronomiſche Anfrage und Aufforderung. Für das laufende Jahr 1857 ſind zwei in Eu ropa ſichtbare totale Mondfinſterniſſe angekündigt, und nach den Kalender- angaben müßte die Dauer der erſten, im April, 7 Stunden 25 Minuten, der andern, im Oktober, 7 Stunden 4 Minuten betragen. Es iſt aber aus⸗ gemacht, daß keine Mondfinſterniß ſo lange dauern kann, mithin muß hier ein aſtronomiſcher Rechnungsfehler Statt finden. Es wäre daher wohl zu wün ſchen, daß dieſer Fehler berichtigt, und für einen beſtimmten Ort, z. B. Nürnberg, die Zeit des Anfangs, der Immerſton, des Mittels, der Emer⸗ ſion und des gänzlichen Endes bet bei den Finſterniſſen genau beſtimmt würde.

Nachricht. Buch und Partitur der in k. ſt. Theater zu Peſth mit vielem Beifalle aufgenommenen Oper:Adlershor ſſte, Text von Holtei, Muſik von Franz Gläſer, Kapellmeiſter des königſtädtiſchen Theaters in Berlin, iſt rechtmäßigerweiſe von Hrn. Peter Gläſer(dem Vater des Kompoſiteurs) in Peſth, Zweimohrengaſſe, Nr. 1317, zu beziehen.

Beilage: Der Schmetter⸗ ng. e

Halbſähriger Prels 4 fl., mit freier Poſtzufendung 8 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupferabdrſllen 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. Man pränumerirt im Kommtſſionsamt zu Ofen(Feſtung, auterhalb

det Waſſerthort), in Ferdinand Tomalas Kunſthandlung zu Peſth und bei allen k. k.

poſlämtern.

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.