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ven iſt überall ſchwer nachzuſtreben und es iſt ſogar anzunehmen, daß Beide nie ſo wie ſie waren wiederkehren wür⸗ den; wer dieſes Ziel erreichen wollte, müßte in trübſeliger Nachahmerei un⸗ tergehen. Wer ſich aber unter uns in der jezt allgemein beliebten Weiſe ver⸗ ſuchen wollte, wer ſich damit begnügte, ſeelenvolle Melodien zu erfinden, rüh—⸗ ren und erheben zu wollen, den Reiz eines kunſtmäßigen Geſangs in ſeiner ganzen Kraft zu entfalten, der könnte
leicht ſich und das Publik um befriedi⸗“
gen und auf unſere ausübenden Künſt, ler vortheilhaft einwirken, während er mit harmoniſchen Kunſtſtüken und gelehrten Kombinationen allein nicht einmal die Kenner im Theater mehr erfreut, die an dieſem Orte jezt etwas Anderes zu ſuchen gewöhnt ſind.““ Warſchau. Auf dem großen Theater wird nächſtens Mayerbeers „Robert der Teufel“ zur Aufführung kommen. Die Dekorationen, Garde— robe, Ballet u. ſ. w. ſollen auf das Prachtvollſte ausgeſtattet werden; die Koſten betragen jezt ſchon 50,000 pol. Gulden. Ende Dezember hatte Mad, Halpert, geborne Zuezkowska, eine Einnahme, wie wir ſie jedem dramati— ſchen Künſtler wünſchen; die Vorſtel— lung brachte ihr reine 40,000 polniſche Gulden, oder 10,000 fl. C. M. (Mnemoſyne.) Mailand. Dem. Sabine Hei— nefetter hat auf ihr wiederholtes Be— gehren, die Auflöſung ihres mit der Unternehmung des k. k. Theaters für die Karnevalſtagione abgeſchloſſenen Kontrakts erhalten. Wir bedauern, daß dieſe Künſtlerin, deren Talent Mailand vor einigen Jahren, als ſie in der für ſie von Donizzett! geſchrie— benen Oper:„t'Elisir d'amore“ auf dem k. k. Theater alla Canobbiana er⸗ ſchien, glänzend anerkannte, ſich nun beſtimmt gefunden hat, nach einem ein—
zigen Verſuche in einer Oper, dle wie „Ines di Castro“ ſchon den Todeskeim in ſich trägt, ihrem fernern Wirken auf der Scala zu entſagen, und ſo dem Publikum die Gelegenheit zu be⸗ nehmen, ein vollgültiges Urtheil über eine Sängerin zu fällen, über deren Vorzüge der allgemeine Ruf ſo Vor⸗ zügliches verkündet.— Nach der„Ca- terina di Guisa“ folgt die neue Oper Mercadantes:„il Giuramento“é, dann „ela, Pietra dal paragon“ von Roſſini, in der Dem. Blambilla die Hauptrolle gibt. Nach dem 8. Februar werden wir Madame Tadolini, die von ihrem En— gagement im Theater St. Benedetto aus Venedig zurükkehrt, und noch ei⸗ ne andere Primadonna zu hören be⸗ kommen.(Echo). Turin. Zu den Primadon⸗ nen, welche in Mantua, Modena, Fer- rara, Vicenza, Savona, Caſalmon— ferato verunglükten, und durch andere ſchnell aufgebotene erſezt werden muß⸗ ten, iſt nun auch jene des Theaters Sutera zu Turin, Dem. Dumont, gekommen. Sie bat leider in der„Ninas“ bewieſen, daß ſie nicht einmal die er⸗ ſten italieniſchen Elemente: Sprache u. Singweiſe inne hat; Dem. Scacaba— rozzi ward an ihrer Stelle engagirt.
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Mignon Zeitung.
Buntes aus Paris. Ein Pariſer Blatt gibt folgendes Verzeich⸗ niß der illuſtren Perſoven(meiſt Fran⸗ zoſen), die im verfloſſenen Jahre mit Tod abgingen. Das Jahr 1856 ſah ſterben: Carl X., die Herzogin von Buckingham, die Königin v. Neapel, Lätitia Bonaparte, den König von Sachſen. Die(franzöſiſche) Literatur verlor: Raynouard, Deleiau, Rouget de Lisle und Armand Carrel,„den


