Kunst, Eleganz und Mode.
Vehbuler 372 qq.
7. ö Mittwoch, 25. Januar. 1837.
Des Zauberers Rache.
(Fortſezung.)
Als des andern Morgens Amadäus erwachte, ſprach Blanka zu ihm: „Mein theurer Gemahl! das Schikſal hat ſeinen Groll an uns noch nicht erſchöpft, ein neuer Unfall droht uns. Ich habe in vergangener Nacht die böſen Anſchläge der verrätberiſchen Gaſtfreunde bekauſcht; um meinetwillen haben ſie deinen Tod beſchloſſen, und ſo du meinen reiflich überdachten Rath nicht hörſt und befolgſt, ſo biſt du verloren!“—„Sind es der Pfeile noch nicht genug, die nach unſern Herzen zielen!“ rief mit ſchmerzlichem Tone der Graf,„ſo laß nun, meine treue Gefährtin im Leide, deinen Rath verneh— men, ich weiß, daß er nur unſer Beſtes bezweken ſoll, und verſpreche dir da—⸗ her unbedenklich ihm zu folgen.“—„Nun denn, ſo höre mich,“ antwortete Blanka,„gib mich für deine Sklavin aus und ſtelle dich nicht abgeneigt, da du des Goldes zu deinen Geſchäften benöthigſt, mich den Lüſtlingen für eine namhafte Summe zu überlaſſen. Laß mit deinen neu erworbenen Schäzen dich ans Land ſezen, verfolge den Weg nach Frankreich zu meinem Vater, dort — will's Gott— werden wir uns wieder zuſammen finden; mich aber über— laſſe, vor der Hand, meinem Engel, ſein Schuz und meine Klugheit werden jede Anfechtung abzuwenden wiſſen, bis ich Gelegenheit finde, mich durch die Flucht zu retten, in der höchſten Noth aber ſoll dieſer Dolch mich vor jeder Nachſtellung auf immer befreien!“—„Halt ein!“ rief der Graf entſezt aus, „eher will ich ſterben, ehe ich dich verlaſſe!— Wie, ich ſoll mich trennen von dieſen ſüßen Liebesſternen, die ſo tröſtend in die Nacht meiner Leiden nie⸗ a derleuchten; von dieſen Armen, die mich aufrecht erhielten in den wilden Stür⸗
men des Lebens; von dieſen freundlichen Lippen, die mir Rath und Muth einflößten in Noth und Gefahr!— Nimmermehr, eher den Tod!“— Und nun faßte er ße heftig in ſeine Arme und weinte über ihr herbes Geſchik.


