Cocal- Zeitung.
Szechenyis portrait. Das wohl⸗ getroffene Bildniß des höchſt ausgezeichneten, im In- und Auslande ſo berühmten Patrio— ten, des Grafen Stephan Szechenyi iſt nun wieder in Tomalas Kunſthandlung zu 4 fl. C. M. zu haben. Das herrliche Gemäl⸗ de(das Portrait iſt nach Einsle und die äußerſt ſinnige Allegorie von welland Prof. Schindler) entſpricht dem doppelten Zwek, eines Souvenirs an einen großen Mann, bei deſſen Name das Herz eines jeden un— gars ſchlagen muß, und eines Kunſtwerkes, das eine ſehr elegante Zimmer Verzierung bietet. Das Ganze bringt einen herrlichen Effekt hervor, und darf ſich kühn ähnlichen Werken in Paris und London anreihen. l.
Ungariſches Theater. Nach ei⸗ ner in 1 Blättern erſchlenenen öf— fentlichen Bekanntmachung wird das im Bau begriffene ungariſche Nationaltheater zu Peſth (in der Kerepeſer Straße), wenn nicht früher, längſtens im Monat Auguſt d. J. eröffnet werden. Dieſes Theater dürfte zwar nicht groß, aber eines der ſchönſten und geſchmak— vollſten Europas werden.
Al.
Muſkkaliſches. unſere rühmlich bekannten Virtuoſen, die H. H. Szervaſßzinski und Wagner, Erſterer Tonküuſtler auf der Violine, Lezterer auf dem Violoneello, ſind ſo eben auf einer Kunſtreiſe nach Arad, Te— mesvar, Hermannſtadt und Klauſenburg be— griffen. Wir machen hiemit das dortige reſp. Publitum auf die ihm bevorſtehenden ganz beſonderen Kunſtgenüſſe aufmerkſam, und wir ſind überzeugt, daß die wakern Virtuoſen auch dort jene reiche Theilnahme finden wer— den', die ihnen noch überall geworden, M.
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Menagerie des Hrn. Polito. Die ſeit einiger Zeit in Peſth aufgeſtellte große Menagerie des Hrn. J. Polito aus London, die gegenwärtig die ſchönſte und zahlreichſte
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in Europa ſein ſoll, zieht die Aufmerkſamkett aller Freunde der Natur und Seltenheiten auf ſich. Dieſe Thlerſammlung zeichnet ſich durch die Manigfaltigkeit ihrer Artikel, durch die Prezioſttät mehrerer Thierarten, durch ei— nige, beſonders ausgewählt ſchoͤne Exempla⸗ rien, und durch die wunderbare ſoctale Ver- einigung feindlicher Geſchlechter vortheilhaft aus. Was wir vorzüglich bemerken, iſt der ſchöne junge Elephant von der Inſel Ceylon, der durch ſeine Klugheit und ſeine allerhand kleinen Künſte, troz ſeines plumpen Acußern, das Publikum gewiß überraſchen muß. Der majeſtätiſche Löwe übertrifft an Pracht und Größe faſt Alles, was hier geſehen wurde. Derjenige arme Referent eines Blattes der ihn blind glaubte, muß ſelbſt mit irgend el. nem Augenübel, vielleicht mit einem bo ſſen Auge, behaftet ſein, oder von der Naturge⸗ ſchichte gar ſchwache Begriffe haben. Die wunderbare Vereinigung dieſes Löwen mit einer wilden Königstigerin in einem und demſelben Käfig iſt ein außerordentliches, bis. her noch nie geſehenes Schauſpiel und ver— dient die Beachtung aller Natur forſcher.— Der herrliche Tiger, der ſchöne Leopard, die furchtbare, Hyäne u. ſ. w. u. ſ. w. ſind Zler— den der Menagerie. Von ganz beſonderer, hier noch nie geſehener Schönheit ſind die beiden Zebras(Männchen und Weibchen), die ge⸗ wiß eine höchſt angenehme, dem Auge wohl- thuende Erſcheinung find. Zu den ſehr ſeltenen Thieren gehören auch die 3 Kängurus, die 2 Lamas, die Antilope-Orix, die große le— bendige Rieſenſchlange u. ſ. w. u. ſ. w. Außer⸗ dem eine Menge anderer Thiere die hier an— zuführen der Raum nicht geſtattet; aher man wird aus dem Geſagten hinlänglich erſehen, daß die Bude an der Donau nächſt dem Brü— ken⸗Plaze, gleich der Arche Noas, Viel und Vielerlei in ſich faßt.— Die Fütterung ge⸗ ſchieht um 4 Uhr Abends. 9 7
Zur Nachricht. Abermals ſehen wir uns zu der Erklärung veranlaßt, daß wir keine unfrankirte Briefe annehmen, und anonyme Zuſchriften unberükſichtigt laſſen.
Red.
Halbſäbriger Preis 4 fl., mit freler Poſtzuſendung 8 fl. Auf Velinpapier mit erſten Kupftrabdellten
5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M.— Man pränumertrt im Kommiſſionsamt zu Ofen(Feſtung, außerhalb
des Waſſerthort), in Ferdinand To ma lat Kunſthandlung zu Peſth und bel allen k. k. Poflämtern. 4
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


