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nuhantes, obwohl es an großartigen Stellen, an trefflichen Chören nicht fehlt. Beſonders ſind die Parten des Richard und der Roſa in höherem Sty⸗ le gehalten. Viele Nummern ſind höchſt wirkungsvoll und das Trink, Terzett im 2. Akt iſt ſo allerliebſt, daß es allein im Stande wäre, ein ganzes Pu⸗ blikum anzuziehen. Uebrigens wäre nur zu wünſchen, daß der erſte Akt um ei⸗ nen guten Theil gekürzt würde, dann würde ſich gewiß dleſe werthvolle Oper noch lange auf dem Repertoir erhalten. Die Ausführung war in ſo ferne ge⸗ lungen, je nachdem unſere Operiſten das Doppeltalent eines Sängers und Schau— ſpielers in ſich faſſen; denn„Adlers⸗ horſt“ gehört zu jenen Opern, die man Spielopern nennt. Hr. Oberhof— fer(Richard) entſprach allen Anforde⸗ rungen; Geſang u. Spiel waren treff⸗ lich. Hr. Rott gab den Baudenwirth ungemein gemüthlich und ſang recht löblich. Hr. Beer ſpielte den Kaſſtan (einen Schmuggler) mit Laune und legte Gefühl u. Auedruk in ſeinen Ge— ſang. Mad. Mink(Roſa) führte ihren Part trefflich durch, und ihrem Vortrag fehlte es nicht an Leidenſchaft u. Em⸗ pfindung. Mad. Huth(Wirthin) ſpielte brav, konnte aber im Singen nicht vorwärts. Mad. Segatta(Marte) lei— ſtete Befriedigendes. Hr. Kreipl(An⸗ ton) ſprach im Geſange theilweiſe an. Hr. Rötzer war in ſeinem kleinen Part verdienſtlich. Die Chöre waren ſchar— mant. Die neue Dekoration des Hrn. Neefe gefiel dergeſtalt, daß er gerufen wurde.— Am 18. ward die Oper wie⸗ derholt.—Geſtern zum Erſtenmale:„der Affe und der Bräutigam“ von Neſtroy. Herr Stökt gab den Affen. Hat ſehr gefallen. Darüber nächſtens..
Paris. Die Theater ſind in vollſter Thätigkeit. Der ſo eben be⸗ ginnende Karneval iſt für ſie ſtets eine Zeit der ſichern Ernte. Am Neujahrs⸗
tage gab die große Oper das Ballet: „la fille du Danube“, die Ouverture zum„Freiſchüäzen“ und den„Liebes⸗ trank“ von Auber. Es ward als eine paſſende Höflichkeit angeſehen, zu die— ſer Vorſtellung ein Logenkoupon als Neujahrsgeſchenk zu erhalten.— In der komiſchen Oper fand die 56⸗ſte Vor— ſtellung der mit Recht ſehr bellebten Oper:„le Postillon de Longjumeau““ ſtatt. Bei den Italienern, die gewöhn— lich am Sonntage ſpielen, wurden aus— nahmsweiſe die„Puritani“ gegeben.— Odry brachte noch zum Schluſſe des alten Jahres eine köſtliche Farce„Car- magnole“, und das Gaftétheater wird zum Beginn der luſtigen Zeit eine geiſt— reiche Poſſe:„le Banquier empaille“, (den ausgeſtopften Bankier), bringen.— Man ſpricht mit großem Intereſſe von einer Feierlichkeit, die am 15. Jan. im Theatre frangais ſtattfinden wird. Dies iſt der Geburtstag Mollere's. Die erſten Mitglieder aller übrigen Theater werden daran Theil nehmen. Zur Darſtellung iſt der„bourgeois gen- tilhomme gewählt, und die Deputa⸗ tionen aller Pariſer Bühnen erſcheinen in der Zeremonie. Die Preiſe der Plä— ze werden verdoppelt, und die Eln— nahme iſt zum Beitrag für Moltere's Denkmal beſtimmt. B.
Rorreſpondenz.
Wien.(Beſchluß.) Im Burg⸗ theater bereitet man als Nopität das Schauſpiel„Maximilian in Flandern“ von Pannaſch, ein Stük, welches ſchon vor etwa 7 Jahren eingereicht worden, damals wegen zufälliger Kolliſion mit Deinhardſteins„Maximilian's Braut- zug“ zurükblieb, und ſeither mit dem „Alboln“ deſſelben Verf's, gedrukt er⸗ ſchien. Da wirds wieder Kritik und ſehr viel Antikritik geben; denn, ſon— derbar, immer wenn ein Pannaſch'ſches


