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ſrachtet hatten, um dleſelben in fernen Ländern gegen koſtbare Erzeugniſſe anderer Welttheile zu vertauſchen. Man nahm die Unglüklichen freundlich auf, und erwies ihnen viel Liebes und Gutes, ſo daß der Graf ſie im Stillen ſegnete und wieder neu auflebte, indem ſie hier der Zufall zu ſo guten Men— ſchen geführt hatte. Blanka aber war weit entfernt die Anſicht ihres Gatten zu theilen, ſie hätte nicht die feine Beobachtungsgabe eines Weibes beſizen müſſen, wenn ſie nicht bemerkt hätte, welchen Eindruk ihre Schönheit auf die Bewoh— ner des Schiffes machte. Hier auf offner See, abgeſchloſſen von aller menſch— lichen Hilfe, waren ſie unbedingt in die Hände Jener gegeben, die ſie aufge— nommen hatten. Solche trübe Gedanken quälten ſie unaufhörlich, ſie konnte nicht ſchlafen, und eilte daher auf das Verdek des Schiffes, ihrem gepreßten Herzen Luft zu ſchaffen. Sie hatte nicht lange hier verweilt, als ſie die Stimme der Kaufleute vernahm, die ſich ebenfalls, aus ihren Kajüten kommend, bier zuſammen fanden. Sie barg ſich im Schatten des Maſtes und hörte nun mit Schaudern, daß ſie mit einander zu Rathe gingen, wie ſie es anfangen ſol— len, ihren Gaſt zu entfernen, den ſie um den Beſiz ſeines ſchönen Weibes be— neideten. Nach vielen Entwürfen kamen ſie dahin überein, denſelben über Vord ins Meer zu werfen, und um den Beſiz der Wittwe das Loss entſcheiden zu laſſen. Die kommende Nacht ſollte zur Ausführung dieſes abſcheulichen Planes beſtimmt ſein.(Fortſezung folgt.)
er, Urtheile. 8.
freundlicher unſere Theilnahme. Die Sprache iſt fließend, die Verſe nicht gar ſo holprig, wie in den meiſten Opern, die Situationen nicht geſucht u. dennoch effektvoll. Nur hätten die Hel—
Theater.
Peſth(20. Jan.). Zur Bene⸗ ſize des Hrn. Kreipl gab man am 16.
d. M. zum Erſtenmale:„Adlers-Horſt““, romantiſch-komiſche Oper in 5 Akt., von Carl v. Holtei. Muſik von Franz Gläſer. einmal auf einen deutſchen Operntext zu kommen, worin keine Diablerien und kein Hexenſpuk ſich unheimlich her— umtummeln, wie dies in den meiſten deutſchen Opern der Fall iſt, ſo daß ſich unſere Konpoſiteurs faſt den Ver— dacht zuzogen, als läge es in ihrem
7 Talente, nur teufliſche Gefühle mit
der göttlichen Muſik ſo recht wirkungs— voll auszudrüken. Die Handlung die ſer Oper bewegt ſich, bis auf den zu— fälligen Schluß, in dem Gebiete der Möglichkeit und berührt gewiß um ſo
Es thut einem wohl, endlich!
den der Oper eine etwas höhere Stel— lung in der Geſellſchaft einnehmen ſol— len; denn hier erſcheint ein herrſchaft— licher Förſter als der erſte der Hono— ratioren, ihm zunächſt kommt ſogleich eine Wirthsfamilie, dann 2„Paſcher“, was doch nicht von allgemeinem Inte— reſſe ſein kann. Auch fehlt der Oper ein tüchtiger Vöſewicht, der als Folie zu den andern durchaus gutartigen Cha— rakteren hätte dienen ſollen.— Der Mu— ſik Gläſers kann man durchaus nicht deutſche Pedanterie und Gelehrſamkeit zum Vorwurf machen; vielmehr iſt ſie leicht, graziös und überfließt von Me— lodie. In der ganzen Partitur bemer— ken wir nichts Schwerfälliges und En—


