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chen, mögen nicht begreifen, daß doch Manches profanirt wird, ſtuzt man es zu für die Oper.— Vor mehr als drei Jahren ſtarb bei Sens in Burgund ei— ne Frau, die nach dem Gerücht von ihrer Tochter vergiftet worden war. Bei einer neulichen Brandſtiftung fiel der Verdacht abermals auf dieſe. Man grub nun den Leichnam aus, und ſandte ihn nach Paris, wo die Aerzte und Chemiker, nach 14⸗tägiger Unter⸗ ſuchung, endlich das Daſein von Ar— ſenik im Magen, und ſomit den Be— weis der Vergiftung fanden. Es iſt dies das Erſtemal, daß nach ſo langer Zeit noch Gift im natürlichen Zu⸗ ſtande in einem Leichnam vorgefunden wurde.— Das hier zu errichtende Korps von Nachtwächtern ſoll 600 Mann ſtark werden.— Hr. Argeno v. Gas— parin, Sohn des Miniſters, heirathet eine der reichſten Erbinen von Genf, eine Dem. Boiſſier-Bütigny, Verfaſ⸗ ſerin des geiſtreichen Werkes:„Reiſe einer Unwiſſenden.“ B. Tyrnau. Nahe bei Tyrnau verfügten ſich neulich aus einem adeli— gen Hof mehrere Jäger auf die Jagd. Ein von ihnen aufgeſchrekter Haſe woll— te ihren Flinten entfliehen und floh geraden Weges un denſelben adeligen Hof und zwar in die Küche. Die Kö— chin, die ſich in der Küche befand, mach— te geſchwind die Thüre zu, erſchlug den furchtſamen Hafen mit der Ofen— gabel, und bewirthete mit ſeinem Bra— ten die zurükgekehrten Jager, welchen er entwiſcht war. Auch bei dieſem ar— men Haſen traf ein: Incidit in Scyl— lum, qui vult vitare Charybdin. — m— Baltimore. Fenimore Cooper geſteht in einer Carakteriſtik Ameri— ka's, zur Schande ſeines Landes, daß faſt alle Amerikaner Schneider ſind, oder doch nur mit dem Schneidern um— gehen wollen. Denn Alle gehen darauf
aus, ſo vlel wie möglich— Geld zu ſchneiden. F. Antwerpen. Wie man in der Kultur des Dampfes immer mehr fort⸗ ſchreitet, ſo auch mit den Taubenpo⸗ ſten. Ein hieſiger Kaufmann beſizt ſchon zwölfhundert ſolcher gefiederter Briefträgerinen. Hoffentlich wird ſich bald ein Genie hinſezen, und Dampf in hölzernen Tauben leiten, damit man das Futter ſparen könne, und die Sicherheit der Ankunft mat hematiſch zu berechnen ſei. G. Konſtantinopel. In der Türkei haben ſich die guten Ausſichten für Maler plözlich geſchloſſen. Der Sultan hat, in Folge der Aufregung einer öffentlichen Meinung(es ſoll wirklich ein Etwas davon ſogar in Conſtantinopel herrſchen!), wirklich ſein, im Gerichtszimmer Arz Odazzi ſchon ſicht bar geweſenes Vildniß wieder wegnehmen laſſen. Die Türken zählen die konterfeiten Menſchenkinder zu den Geſpenſtern, und nehmen auf den Un⸗ terſchied der Exiſtenz und Nicht⸗Exi⸗ ſtenz gar keine Rükſicht. 5 5 München. Schiller's Name lebt außer in ſeinen Werken auch noch in ſeinem Enkel, Ludwig Schiller fort, einem jungen Muſiker, der hier geiſt⸗ und gefühlvolle Lieder herausgibt. F. New⸗MYork. Ein hieſiges öf⸗ fentliches Blatt ſagt:„Auswärtige Zeitungen ſprechen von einer Geld— Kriſis in Nord-Amerika. Wir ſind er⸗ mächtigt, Jedem, der ein ſicherer Mann iſt, Geld anzubieten, wenn er etwa augenbliklich Mangel daran hat, und er ſoll nicht mehr Prozente geben, als er vor einem Jahre und früher auch hätte geben müſſen.“ Wie viel Pro— zente das ſind, wird aber nicht geſagt. D. Dresden. Eine intereſſante Schazgräberei war hier in lezter Zeit das Tagsgeſpraͤch. Ein angeblich aus


