826
Gedichte, größere und kleinere Auf— ſäze, Kritik(ein Feld, das hier mit großer Sachkenntniß und Unparthei⸗ lichkeit bearbeitet wird), Korreſpondenz— nachrichten aus allen Theilen Europas (auch aus Peſth), Alles zeichnet ſich durch Geſchmak und Geiſt aus. Wir glauben nicht zu viel zu behaupten, wenn wir ſagen, daß die Novelle:„der Nerv des Lebens““ von Guſeck, die der Jahrgang 1835 der Abendzeitung lieferte, die beſte von allen heuer in deutſchen Zeitungen erſchienene iſt. Die⸗ ſer höchſt geiſtreichen und intereſſanten Arbelt ſchließen ſich rühmlich andere von Schilling, Wachsmann, Krebs, Mügge u. a. an, und die Abendzeitung bietet ſo eine höchſt anziehende Lektü— re, die in allen ihren Theilen den Ton anſtändiger und belehrender Unterhal— tung behauptet.— Mit dem Jahr 1856 beginnt der zwanzigſte Jahrgang dieſer in ganz Deutſchland ſo belieb— ten und vielgeleſenen Zeitſchrift und es iſt ihr noch eine lange Erhaltung zu prophezeihen. Die Abendzeitung er— ſcheint täglich mit Ausnahme des Sonn- tags, und enthält noch wöchentlich zwei bis drei Literatur- und Kunſt⸗ beilagen, alſo 8 bis 9 Nummern wö— chentlich, und ihr Preis iſt nur 15 fl. C. M. ganzjährig.(Man pränumerirt in Peſth in allen Buchhandlungen.) 1 R.
Miszellen.
Tarno pel. Hier ward anlängſt eine Jüdin von einem Mädchen entbun— den, auf deſſen Geſichte man mehrere hellglänzende gelbe Fleken bemerkte. Die Sache ward ſehr auffallend. Man unterſuchte die Fleken chemiſch und man fand— daß ſie goldhaltig waren. H.
Wieſel burg. Am 25. Juli l. J. verheerte zu Sandorf, im Wieſelbur⸗ ger Komitat, eine vom Sturmwind begleitete Feuersflamme, außer den herrſchaftlihen und Kompoſſeſſorats— Wirthſchafts-Gebäuden 42, Häuſer und 35 Scheunen in der kurzen Zeitfriſt von 2 Stunden, dergeſtalt, daß vielen der, ohnedies durch Ueberſchwemmung und Mißjahre gedrükten Unterthanen, nichts von ihrer Habe übrig blieb, als ihr Unglük, ihre Thränen und ihr Schmerz.— Doch, wie nie, ſo man— gelte es auch diesmal nicht an hohen Gönnern, die ſich mit Milde und Thätigkeit der Armen annahmen, und durch Theilnahme und Unterſtüzung ihre traurige Lage zu erleichtern ſuch— ten. Graf Anton Szapary, Fürſtin Henriette Odescalchy, Gräfin Zichy Ferraris verſorgten dieſe mit Brod und die Grundherrſchaften mit vielem Bauholz, außerdem kam noch zur Aus- theilung für die Abgebrannten die Summe von 2063 fl. W. W. auf folgende Weiſe zuſammen. Freiherr Georg von Walterskirchen gab 500 fl.; Adalbert v. Szabo ſammelte von den hohen Mit- gliedern des zu Preßburg verſammelten Reichstages 405; Ludwig v. Kroner veranſtaltete einen Ball zu Ung. Al- tenburg und eine Sammlung, zuſam— men 557; Herr Oberſtuhlrichter von Mäßaros ſammelte in den Gemeinden des Wieſelburger Diſtriktes 311; Hr. Oberſtuhlrichter v. Hegedüs in denen des Neuſiedler 190; mehrere kleinere Beiträge zuſammen 100; was im Gan⸗ zen eine Summe von 2065 fl. gab.— Mögen nun alle die hohen Gönner und Wohlthäter, die genannt oder unge— nannt, dazu beigetragen, in dem an— genehmen Vewußtſein ihren Dank finden, die Thränen ſo Vieler zum Theile getroknet, ihr Unglük gelin— dert und ſo manchen ſtillen Dank ſich erworben zu haben.*


