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Toulouſe. Am 26. November wurde auf dem hieſigen Theater, auf das Berlangen der Zöglinge der Taub— ſtummenanſtalt daſelbſt, zur Jahres— feier der Geburt des berühmten Taub— ſtummenlehrers, des Abbe de l'Evee, das Schauſpiel dieſes Namens gegeben, in welchem ein junger Taubſtummer die Rolle des Julius ſpielte. T.
Paris. Im Cirque-Olympique iſt die Zauberpoſſe„Zazezizozu“ das Lieb⸗ lingsſtük. Man hat ſchon eine Menge Etrennes(Nujahrsgeſchenke) à la Za- zerzizozu anfertigen laſſen. Marion Nr. 14 in der Cite Bergeére hat das beſuch— teſte Lager ſolcher Gegenſtände. Ele— gante Einrichtungen der Schreibtiſche, wohlriechende Papiere der feinſten Gat— tung, mit dem Namen oder Wappen des Käufers, die er in Gold darauf druken läßt, wohlriechendes Siegellak, Oblaten mit Deviſen und andern Ge— genſtänden zum Ausſchmüken eines Bü⸗ reau's in Stahl und Muſchelwerk, zierlich damaszirt. Beſonderes Aufſe— hen erregt eine niedliche Spielerei: dies ſind kleine Puppen von Papier, die, durch einen einfachen Mechanismus in Bewegung geſezt, ſehr artig auf dem Seile tanzen.— In der italieni⸗ ſchen Oper ließ neulich der Inſpizient Compagnucci zu früh den Vorhang fal— len, und ſtörte ſo den Effekt eines himmliſchen Finale's. Als er deshalb zur Rede geſtellt wurde, apoſtrophirte er Roſſini auf folgende komiſche Weiſe: Ma chi vi ha insegnato, maestro, di far un quintetto che assomiglia a un finale?(Wer aber hat Euch gelehrt, Maeſtro, ein Quintett zu ſchreiben, das einem Finale gleich ſieht?)— An der Porte St. Martin war der Zudrang zu den Vorſtellungen der Beduinen ſo groß, daß man Billets zu den Pläzen zwiſchen den Kouliſſen ausgab. Dieſe Maßregel iſt nun jedoch von dem Po— lizeipräfekten, als gefährlich für das
Publikum, verboten worden.— Les tribulatious de Ia paternité, ein neues Vaudevlelle, das hinter einem gemei— nen Titel wenig verſprach, aber noch weniger hielt, wurde im Palals⸗Royal aus gepfiffen, und konnte nicht zu Ende geſpielt werden. Hier ein un
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Literatur.
he ſt h. So eben erſchien:„Angelo, Tyrann von Padua. Drama in vier Akten. Nach Victor Hugo frei bear— beitet von Dr. Sigmund Saphir. peſth, bei Guſtav Heckenaſt. 1836.“ Victor Hugo, das Haupt der ſogenann— ten romantiſchen Schule, hat mit die— ſem ſeinen neueſten Werke, das vor einigen Monaten in Paris erſchien, nicht geringeres Aufſehen als mit ſei— nen andern Meiſterwerken erregt. Bei— de Parteien, Klaſſiker und Roman— tiker, ſprachen ſich darüber, je nach— dem es ihrer reſpekt. Anſicht zuſagte, auf ihre Weiſe aus. Blos aber die Ten⸗ denz, die hier allerdings, wie über⸗ haupt bei den Werken der neuen Schu— le, es ſei denn in Frankreich oder Deutſchland, eine beklagenswerthe Rich— tung und eine grelle, Sitten und öf— fentliches Gewiſſen beleidigende Fär— bung annimmt, fand gerechte Anfech— tung; dem umfaſſenden Genius Hugos aber ward faſt allgemein Gerechtig— keit widerfahren. Eine herrliche, blü— hende und bilderreiche Sprache, mei— ſterlich gezeichnete Charaktere, teeff— lich angelegte und ungezwungen her— beigeführte Situationen, und vor Al- lem eine wohlberechnete Rührung, die jedes Herz unfehlbar und tief ergrei— fen muß, ſind unbeſtrittene Eigen hei— ten dieſes genialen Produktes. Nichts: deſtoweniger würden wir nicht wün⸗ ſchen, daß das deutſche Publikum von der Bühne herab dieſes dramat. Werk


