Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
790
 
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mäß, für jugendliche Gemüther berech⸗ net, ſoll bei einen Verleger unter der beſcheidenen Aufſchrift:BVroſamlin erſcheinen. Auf eigene Koſten berei tet er den Druk ſeiner neueſten Gedichte vor, für welche er zwar in ſeinem Vaterlande keinen Ver le ger fand(22), aber gewiß ein P u⸗ blikum finden wird.(Dieſer aus gezeichnete Dichter hat bereits dem Spiegel wieder einen Eingange-Auf⸗ ſaz für 1836 zugeſandt, worauf wir un⸗

ſere Leſer aufmerkſam machen wollen.)

N.

Miszellen.

Paris. Es hat ſich Jemand den Spaß gemacht, aus der Gazette de France und dem Courrier français den Verluſt an Menſchen zu zählen, den die Königin Chriſtine und Don Carlos ſeit dem 1. Juli 1834 bis zum 20. November 1835 erlitten haben. In dieſen 17 Monaten ſind 600,550 Kar liſten und 400,280 Chriſtinos getödtet worden. Dazu das Doppelte an Ver wundeten, ſo koſtet der Krieg ſchon 3,001,890 Opfer!! B.

Kaſſel. Kapellmeiſter Spohr in Kaſſel hat vom Hofe Auftrag erhalten, mit Strauß zu unterhandeln, damit er Kaſſel beſuche. Man hat ihm 1000 Thaler garantirt; wührend ſeiner An weſenheit ſoll ein Hofball und ein Mas kenball im Theater(dieſer zu 2 Tha ler Entree) gegeben und auch von einer Privatgeſellſchaft ein Ball ver anſtaltet werden. Strauß iſt von Ha nau und Offenbach nach Darmſtadt ge gangen, und wird von da nach Frank furt zurükkehren. B.

Paris. Kürzlich bielt eine, unter dem pomphaften Titel: Euro pälſcher hiſtoriſcher Kongreß, in Paris zuſammengetretene Geſellſchaft ihre er⸗

ſte Verſammlung im Hotel de Ville, der die ausgezeichnetſten Abseske pen von Paris, und Gelehrte aus den Pro⸗ vinzen, aus Deutſchland, Italien, England, Spanien, Portugal, Bel gien, Rußland und Polen beiwohnten. Der Präſident, Hr. Michaud, und meh rere Mitglieder hielten Reden. Hier auf wurden drei Abhandlungen über die Frage:Was iſt der wirkliche Zwek der Geſchichte? verleſen. B. Berlin. Einer verheiratheten Dame wurde im abonnirten Konzerte die Nachricht, daß ihr Gemahl vom Schlage gerührt worden ſei. Vor Schre ken verließ ſie den Saal und ließ ſich vom Thürſteher eine Kontremarque geben. S. Paris. Strauß wird bier er wartet(2). Um die Franzoſen auf ſeine

Leiſtungen noch begieriger zu machen,

geben die Journale die Stärke ſeines Orcheſters auf 127(anſtatt 27) Muſi⸗ ker an, und erzählen, daß er unter Andern auch einen Walzer des Herzogs von Reichſtadt komponirt habe. B. Bern. Wie Gott die Unſchuld ſchüzt! Hier fiel vor einigen Tagen ein ſechsjähriges Kind aus dem dritten Stoke eines Hauſes auf die Gaſſe, aber glüklicherweiſe zuerſt auf einen Hund ſo daß es nur ganz unbedeu⸗ tend beſchädigt wurde. D. Paris. In Paris fahren jezt 578 Omnibus von 8 Uhr Morgens bis Mitternacht hin und her. Täglich wer den durch dieſelben 100,000 Menſchen befördert; die Einnahmen belaufen ſich des Tags auf 30,000 Frks. Mit den Fiakers und Kabriolets fahren 50,000 Perſonen. B. Koblenz. Im hieſigen Gefäng⸗ niſſe büßen jezt zwei Eheleute die grobe

Mißhandlung ihres zehnjährigen Töch⸗

terchens. Sie ſind von dem Zuchtpoli zeigerichte zu ſechsmonatlicher Strafe verurtheilt worden. Veſonders war es