Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
782
 
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Die Entdekungen des großen engliſchen Seefahrers Cook verdankt man einem beſonders markirten Shilling. Der junge Cook war Lehrburſche in einem Krämerladen in einer kleinen Fiſcherſtadt. Der Krämer vermißte einmal Geld aus der Schublade ſeines Ladentiſches, und um den Dieb auszufinden, zählte er eine gewiſſe Summe hinein, worunter er abſichtlich einen eigenthümlich ge zeichneten Shilling that. Tags darauf war dieſer Shilling fort, und der Kräm mer ſagte dem jungen Cook auf den Kopf zu, daß er ihn habe. Dieſer geſtand es auch, ſagte aber, daß er dafür einen andern Schilling hineingelegt habe, was auch ſeine Richtigkeit hatte; allein der Lehrburſche fühlte ſich ſo ſehr gekränkt, daß er davon lief, und in einem ee als Kajütenjunge ſeine Seemannslaufbahn begann.

Ein königliches Vergnügen.

In frühern Zeiten fand jährlich auf dem Greveplaze zu Paris den Tag vor dem Johannis feſte eine ſeltſame Zeremonie Statt. Der Stadtrath ließ mitten auf dem Plaze einen großen Holzſtoß errichten, den der König, welchen ſein ganzer Hof begleitete, in Brand ſtekte. Es hieß dies das Johannis feuer. Der Holzſtoß war mit Blumenſträußern und Roſenguirlanden herausgepuzt und bei dem Brande praſſelte ein Feuerwerk heraus. An dem Holzſtoße befand ſich eine Stange, an dieſer Stange hing ein Korb und in dieſem Korbe be fanden ſich zwei Duzend Kazen und ein Fuchs, welchezum Ver⸗ gnügen des Königs verbrannt werden ſollten. Mit dem jämmerlichen Geſchrei der Kazen verband ſich der Lärm verſchiedener Inſtrumente. Die Magiſtrats⸗ perſonen der Stadt zogen in Prozeſſion, mit gelben Wachskerzen in der Hand, zu dem Holzſtoße und überreichten dem Könige eine weiße, mit rothem Sam met verzierte Wachskerze, mit der Se. Majeſtät feierlich den Scheiterhaufen anzündete. War das Holz nebſt den Kazen verbrannt, ſo begab ſich der König auf das Rathhaus, um eine Kollation einzunehmen. Die Pariſer trugen die Aſche und die Kohlen fort, weil ſie glaubten, ſie brächten Glük. Nach Lud⸗ wig XIV. verlor dieſe Zeremonie ihren Glanz und) bald kam ſie ganz ab.

Ein Zug von Chodruc Duclos.

An einem der drei Julitage, als die Schweizer das Palais Royal ver⸗ theidigten, ſah Duclos, der bekannte Pariſer Diogenes, einen jungen Mann, der mit mehr Muth als Glük und Geſchiklichkeit auf die Soldaten ſchoß; keine ſeiner Kugeln traf.Sie verpuffen Ihr Pulver, ſagte Duclos zu ihm, indem er ihm die Flinte aus der Hand nahm;ſehen Sie, ſo macht man es; er ſchoß und ein Schweizer ſtürzte todt nieder. Dann gab Duclos die Flinte dem ungeſchikten Schüzen zurük, der zu ihm ſagte:Da Sie ſo geſchikt ſind, warum ſtehen Sie den müßig da?Ach das iſt etwas Anderes, antwor⸗ tete Duclos,zes ſtimmt nicht mit meiner Meinung.