Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
775
 
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Ließ mich freſſen vom Delphine,

Hing' mich an der Pellerine,

Kriegte dann die Cholerine,

Und zerplazt' als Dampfmaſchine!

Paris. Bei Hrn. M. G. We⸗ ber in der rue Neuve des-Capuecines, iſt eine tragbare homöopathiſche Apo⸗ theke zu haben. In einer Schachtel, die nicht mehr Raum als ein Duodez band einnimmt, befinden ſich 221 Sub ſtanzen in 221 Fläſchchen, Blattern und Phiolen, hermetiſch verſchloſſen, mit Kork und Etiquette verſehen. Der Preis einer ſolchen Schachtel iſt von 60 bis 600 Franken. N. Rom. Am 31. Oktober ſtarb zu

Nom im Wittwenſtande und im vollen Beſize ihrer Geiſteskräfte Eliſabetha Frenazzi in einem Alter von 112 Jah- ren. Da dieſelbe eine arme Magd war, und als ſolche und als Mutter, ihre Pflichten muſterhaft erfüllt hatte, ſo wurden für ihre ſelige Ruhe von ei⸗ nem Vereine von Menſchenfreunden in der Kirche S. Giacomo in Auguſta fei⸗ erliche Seelenmeſſen geleſen, bei wel⸗ cher Gelegenheit unweit ihres Sarges ein in italieniſcher Sprache abgefaßter Epigraph aufgeſtellt ward, in welchem der Armuth und des frommen Lebens wandels der Hingeſchiedenen erwähnt wurde. 5 Frankfurt. Strauß hat nun hier ein Konzert gegeben; obgleich er den Eintrittspreis auf 1 fl. 45 kr. feſt⸗ geſezt hatte, war doch der Saal über⸗ füllt, und man behauptet, er habe mehr ais 1000 Billette ausgegeben. Die Aus führung, ſo wie die Kompoſition ſeiner Tanzſtüke, iſt überraſchend und wahrhaft bezaubernd. Selbſt ernſte Männer ſah man fröhlich lächeln, als Strauß durch ſeinen Philomelenwalzer und ſeine Fortuna-Gallopade, ein zwei⸗ ter Oberon, eine allgemeine Tanzluſt hervorrief. Die übrigen Tonſtüke ſind aber nicht bedeutend genug, um in

einem Konzerte aufgeführt zu werden. Heute Abend gibt unſere Kaſinogeſell ſchaft einen großen Vall, bei welchem Strauß mit ſeinem Orcheſter die Mu ſik übernommen hat, und zwar für eine Vergütung von 800 fl. Auch glaubt man, er werde noch in Gemeinſchaft mit der Theaterdirektion einen großen Ball im Theater, gegen erhöhten Ein trittspreis, geben. 8 Dover. Ein engliſches Blatt enthält Folgendes: Hr. William Hewes aus Tſchula(in den Vereinigten Staa len) ſpeiſte im Gaſthofe des Hrn. Pa⸗ riſſot zu Mancheſter, im Miſſouriſtaate, ruhig an der Wirthstafel. Mehrere andere Tiſchgäſte waren zugegen, jedoch ſämmtlich Hrn. Hewes durchaus fremd. Plözlich kam es zwiſchen zwei derſelben, dem Doktor Gannary und Hrn. Gal pin, zu heftigen Schimpfreden, und bald darauf ſchoßen beide über den Tiſch hinüber mit doppelläufigen Piſtolen auf einander. Die andern Gäſte bükten ſich, um ſicher zu ſein; die Angreifer ſelbſt trafen ſich nicht, aber der vierte Schuß traf Hrn. Hewes in die Schläfe, und er ſtarb auf der Stelle. Die Zeitung von Mancheſter ſagt bei dieſem Anlaß ganz ruhig: Man kann dieſe Art, ei⸗ nen Streit zu ſchlichten, nicht laut genug tadeln. Die Kämpfe in den Stra⸗ ßen ſind ſchon ein großes Uebel; aber ein Kampf an der Tafel mit geladenen Piſtolen, das iſt unverzeihlich. M. Paris. Ein Tünchermeiſter in Paris war beauftragt, ein Haus der Straße Montmartre friſch anzuſtrei chen. Als die Arbeit beendigt war, kam er, um ſie im Beiſein ſeiner Ge ſellen zu beſehen. Er ſtieg bis in den vierten Stok hinauf, um ſich, wie er ſagte, zu überzeugen, ob auch oben am Hauſe Alles gehörig aus geführt ſei. Auf dem oberſten Gerüſte angekom⸗ men, rief er:Acht gegeben, es fällt etwas herah! und ſtürzte ſich guf das