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von ſeinem Reiter für 52 Louisd'or gekauft, und da er geſagt, daß er den Ort paſſtre, aus Gefälligkeit für den Verkäufer, auf ſeine Bitte, jenen Brief für den Wirth mitgenommen. Nun gab es Streit und Erörterung; die Obrig— keit legte ſich hinein, man wartete den folgenden Tag ab; kein Mann erſchien, und kein Schwein. Als Finale behielt der Wirth ſein Pferd, ber Dieb ſein Geld, und der leichtſinnige Käufer war der— Geprellte!—
Teitung der Novitäten und anfichten.
Theater.
Wien(29. Nov.). Vom Thea⸗ ter, Hr. Redakteur, habe ich wenig zu referiren. Im Hofburgtheater ſah ich Caſtelli's„Schwäbin“ nach dem Franzöſiſchen, welches mich aber nicht recht hat anſprechen wollen. Die Idee ähnelt zu ſtark dem Luſtſpiele„Glei— che Wahl“ von Coſtenoble, und die Szene zwiſchen dem Obriſt und dem Wachtmeiſter erinnert unwillkührlich an die Szene in der„Erbſchaft“ von Kotzebue. Jedoch bleibt Herrn Ca— ſtelli immer das Verdienſt einer guten Bearbeitung. Delle. Hagn, als Schwä— bin, hatte recht viele gelungene Mo— mente, und wurde mehrmals applau⸗ dirt.— Im Theater an der Wien machte eine neue Lokalpoſſe:„Die Mißverſtändniſſe“ wenig Glük. Geſtern ſand zur Einnahme des Hrn. Kunſt das Braunthal'ſche Stük:„Die Ge— opferten“ ſtatt, wovon ich nächſtens et⸗ was ausführlicher zu referiren gedenke.
Policinello.
Mliszellen.
Hamburg. Der Hamburget „Erzähler“ enthält folgenden artigen Scherz mit der Ueberſchrift:„An Wil— helmine:“
Auserwählte Wilhelmine, Mit der heitern, zarten Miene,
Reizend biſt du auf der Bühne, Glüht die Wange vom Karmine, Süße, holde Apfelſine,
Gerne würd' ich zur Ruine, Würde meine Hoffnung grüne. Doch du ſtichſt wie eine Viene, Daß das Herz ſich nicht erkühne, Und in Liebe treu dir diene. Reichſt du aber, kleine Kühne, Auch den Honig mir zur Sühne? Wenn ich jezt vor dir erſchiene, Spielend ſanft die Violine, Oder gar die Mandoline, Schmölze deiner Bruſt Lawine? Spräch' aus deines Mund's Rubine Hell der Liebe Cavatine,
Und der Wangen Balſamine, Und der Augen Kohlenmine, Heizten ſie die Dampfmaſchine Meines Herzens, die Kamine Meiner Bruſt mit Holz und Kiene? Senke nicht des Bliks Gardine Durch der Wimpern Mouſſeline; Denke, ich ſei ein Bramine, Der, getragen vom Delphine, In der Hoffnung Pellerine
Eingehüllt, vor dir erſchiene,
Flehend:„Fülle, Wilhelmine, Meiner Sehnſucht Punſchterrine!“ Sprich, ob ich dann wohl verdiene Eine indiſche Blondine, Hochbebrämt in Hermeline,
Oder dich, o Wilhelmine,
Oder eine Eiſenſchiene?
Sprächſt du:„Eiſen“, Wilhelmine, Spräng' ich die Punſchterrine,


