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Pflaſter des Hofes hinab, wo man ihn ſterbend und furchtbar verſtümmelt auf— hob. Man fand ein Inventarium bei ihm, welches die Namen ſeiner zahl⸗ reichen Gläubiger und zum Schluß die Worte enthielt: Man klage Niemand wegen meines Todes an; ich allein ha⸗ be den Plan gefaßt und ausgeführt. B. Paris. Hier wird gegenwär⸗ tig eine Aktie des Konſtitutionel zum Verkauf ausgeboten. Sie bildet den 15ten Theil des Journals, und hat im Jahre 1834 einen Ertrag von 21,000 Fr. (alſo das ganze Journal 315,000 Fr.) abgeworfen. 5 Frankfurt. Vor einlkgen Ta⸗ gen hat ſich hier wieder ein trauriges Ereigniß zugetragen, deſſen Bekannt— werden zur Warnung ſür Andere nüz⸗ lich ſein möchte. Ein Dienſtmädchen hatte nämlich Abends einige Kohlen mit auf ihr Stübchen genommen, um eine angefangene Arbeit zu vollenden, und ſolche im Zimmer behalten. Morgens ſand man ſie todt im Bette, vom Koh⸗ lendampfe erſtikt. B. Dublin. Bei der Vorliebe der Engländer für Handſchriften berühmter Männer kann man ſich denken, daß Viele ſehr begierig ſind, O'Connell's Hand— ſchrift zu beſizen. Vor Kurzem wurde Jemand ſehr dringend in ſeiner Bitte um dieſelbe, und wollte von O'Connell nur„ein Paar Zeilen und ſeinen Na⸗ men“ haben. O'Connell verlor jezt die Geduld, und ſchikte dem Bittenden folgende abſchlägige Antwort:„Mein Herr! Ich werde ſo oft mit Bitten um meine Handſchrift gequält, daß ich es mir zur feſten Regel gemacht habe, ſie nie mehr zu geben. Der Ihrige u. ſ. w. Daniel O' Connell.“(Offenbar einer der beſten irriſchen Bulls.) S.
Paris. Bei dem Buchhändler
gabe deutſcher Klaſſiker“ in gr. 8. auf Velinpapier, die ſich, nach den bereits erſchienenen Lieferungen von Goethe's und Schiller's Werken zu urtbeilen, durch große typographiſche Eleganz, aber auch durch einen ziemlich hoben Preis auszeichnet. Schiller's Werke, 2 Bände, kommen nämlich auf 40, und Goethe's Werke, 5 Bände, auf 100 bis 125 Frks. zu ſtehen. Den deutſchen Verlegern wird ſie alſo ſchwerlich Ein— trag thun. B.
London. Kürzlich wurde in He⸗ refort der Nachlaß eines, in der Nach- barſchaft geſtorbenen Geiſtlichen öffent— lich verſteigert. Der Erlös aus ſeiner Bibliothek betrug 3, aus den Flüſſig⸗ keiten in ſeinem Keller dagegen 384 Pfund Sterling M.
Peſther Tokalnotifen.
Muſik. Die eben ſo talentvolle als liebenswürdige Pianiſtin, Dem. Fanny Schmidt gab am 28. Nov. ein Abſchieds⸗ konzert und am 3. Dez. ein Konzert, zum Vortheil des hieſigen Armenfondes, im kleinen Redoutenſaale. Das Erſtere war außeror⸗ dentlich zahlreich beſucht, und in beiden ſpielte die Künſtlerin mit Fertigkeit, Grazie und ge⸗ bildetem Vortrage. Beſonders war die Exe- kution; der Thalberg'ſchen Phantaſieen, die Schwierigkeiten in Hülle und Fülle darbieten, ſehr überraſchend und ſprach zu Gunſten des ſchon weit vorgeſchrittenen Mechanismus der jungen Pianiſtin, die noch zu weit größern Hoffnungen berechtigt. Sie ſcheidet von Peſth und nimmt eben ſowohl den Beifall und das Wohlwollen aller Kunſtfreunde, als den Dant der Hülfsbedürftigen mit ſich. M.
— Die Herrn Szerwaſzinski und Merkel, Profeſſoren des hieſigen Muſik⸗ inſtituts, geben Abonnementsquartet⸗ ten im Saale„zum Jägerhorn!«, wovon heute Sonnabend, den 5. Dez., das erſte ſtatt findet. Allen Muſikliebhabern dürfte wohl dieſe Nachricht willkommen ſein.
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Modenbil d. Nr. 49.
Pariſer Anzüge vom 22. No v. Koeffüren mit Blumen. Mouſſelinkleider—
Betot erſcheint jezt eine„Pariſer Aus- Boa Schärpe.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


