Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
750
 
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402, 50 J. 415, 51 J. 354, 52 J. 360, 53 J. 290. Die mei⸗ ſten Mädchen in Paris heirathen alſo im 21ſten Jahr. Aus einer andern Be rechnung in jenem Werke geht hervor, daß von einer Million Frauen, welche zur Ehe ſchreiten, in Paris die Hälfte bis zum 25 Jahr die Wahrſcheinlichkeit einer Ehe für ſich hat, während die Wahrſcheinlichkeit nach dem 25ſten Jah⸗ re dagegen ſpricht. Kürzlich entſtand im Theatre, frangais zwiſchen einer Lo genſchließerin und einem Italiener, der, mit der Pariſer Sitte unbekannt, durch aus ein Diner in ſeine Loge bringen laſſen wollte, ein Wortwechſel, welcher die wohlbeleibte Frau ſo angriff, daß ſie plözlich, von einem Schlagfluß über⸗ fallen, todt zu Boden ſtürzte. Im ſüdlichen Frankreich iſt die Weinleſe im Allgemeinen mittelmäßig, in manchen Gegenden ſogar ſchlecht ausgefallen; der Regen im September hatte den Trauben ſehr geſchadet. In Burgund dagegen hat das Wetter die Leſe ſehr begünſtigt, und man glaubt, daß der diesjährige Wein dem 1884 r nicht viel nachſtehen werde. In der Nacht vom 3. zum 4. November hat ein beklagens werthes Ereigniß in der ſogenannten Kohlengrube Trieu-Kaiſin, unterhalb Montigny-ſur⸗Sambre, bei Charleroy, ſtatt gehabt. Dem Vernehmen nach ſind 20 Perſonen das Opfer einer Ex ploſion geworden; 7 Perſonen wurden leblos aus der Grube hervorgezogen; das Schikſal der übrigen iſt unbekannt. Eines der einträglichſten Aemter in Paris iſt das der Notare. Es gibt nur eine beſtimmte Anzahl derſelben, wel che nicht überſtiegen werden darf, näm lich 140, wie ſchon unter der Regie rung Ludwigs XIII., obgleich ſich ſeit

dem die Bevölkerung vervierfacht hat. Deshalb wurde auch kürzlich in Vau⸗ girard, in dem Weichbilde der Stadt, eine Notariatsgerechtigkeit für 350.000 Franken verkauft. B.

Literatur.

Literariſche Miszellen. Der bekannte Schriftſteller Aug u ſt Lewald hat bei Liſching in Stuttgard einen Bade alma nach für 1856, mit 7 Stahlſtichen, 53 Vo⸗ gen ſtark(Preis 5 Rtblr.) herausge⸗ geben. Der Verleger kündigt ihn alseine intereſſante und anmuthige Winterlektüre an. Warum iſt er alſo nicht lieber Winter-⸗Almanach betitelt? Verba valent prout numi ſagen die Lateiner.

C. Noris in Berlin hat ein Taſchenbuch für 1856 unter dem Titel: Maiblumen herausgegeben.(Berlin, in der Planſchen Buchhandlung.)

Das neue Werk:Vorlezter Welt gang von Semilaſſo; Traum und Wachen, aus den Papieren des Berſtorbe⸗ nen. Erſter Theil, in Europa.(Stutt⸗ gart, bei Hallbergert) iſt durch Scharf ſinn, glänzende Darſtellungsgabe, pi⸗ kanten Wiz und Freimüthigkeit aus- gezeichnet. Der Verſaſſer iſt e lich Fürſt Pückler.

Allen Freunden der bildenden Kunſt verdient empfohlen zu werden:Kai ſerliche königliche Bilder-Gallerie im Belvedere zu Wien, nach den Zeich nungen des k. k. Hofmalers und Gal lerie-Cuſtos, Siegmund v. Per⸗ ger, in Kupfer geſtochen von verſchie denen ausgezeichneten Künſtlern, nebſt Erklärungen in hiſtoriſcher und arti ſtiſcher Hinſicht in deutſcher und fran zöſiſcher Sprache, herausgegeben von Karl Haas. Wien, kl. 4. auf Ve, lin, 4 Bände in 60 Heften zu 4 Blät tern(alſo 140 Kupfer) 120 C. M., die Prachtausgabe in Folio avant la lettre 560 fl. C. M.

Intereſſant iſt dieNeueſte Dar⸗ ſtellung der k. k. Ambraſer-Sammlung im Belvedere und des ethnographiſchen