Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
748
 
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Vorzug zu genießen wünſchte, ſehnte er das Ende der ewig langen Anglaiſe herbei. Auch war Pritcheraft ein geübter Tänzer, einer aus der alten Schule, der ſich etwas darauf zu Gute that, in allen Arten von Sprüngen, von der Zeit Sir Rogers von Coverley bis auf die neueſten Erfindungen der Vath⸗ kottillons, bedeutend zu exzelliren, und den deshalb nicht wenig nach der Ge

legenheit verlangte, ſeine Geſchiklichkeit zu zeigen und dadurch ſeine liebens würdige Zauberin zu bezaubern.

(Fortſezung folgt.)

Die Barbaren des neunzehnten Jahrhunderts.

Ein Engländer, welcher 1835 den Feldzug in Portugal Don Pedros Heere als Freiwilliger mitgemacht, und ſein Tagebuch druken ließ, erzählt darin unter Anderm Folgendes:Unter den manigfaltigen Zerſtörungen, die in ſolchen Fällen immer unvermeidlich ſind, iſt namentlich der Verluſt der zahl⸗ reichen Kloſterbibliotheken zu beklagen. Als die Feuerungsmittel zu Oporto ſeltener wurden, ſah ich eine Menge werthvoller Bücher ins Feuer werfen, an dem die Mannſchaft ihre Rationen kochte. Die Feuer, an denen ſich die Wa chen in kalten Nächten wärmten, koſteten viele tauſend Bände, die unter den rohen Scherzen der Soldaten und dem beifälligen Gelächter ihrer unwiſſenden Offiziere in Rauch aufgingen. Die kirchlichen Gebäude wurden vollſtändig aus⸗

geräumt, die Leute ſchienen eine unſinnige Freude an der Zerſtörung zu ha ben, und miteinander zu wetteifern, das heiligſte Intereſſe, die Religion des Landes zu verſpotten. Nicht allein den Verluſt gedrukter Bücher hatte man zu bedauern, ſondern auch eine Menge koſtbarer und unerſezlicher Hand- ſchriften gingen bei dieſer Zerſtörungswuth zu Grunde. Es iſt allgemein angenommen, daß die Kloſterbibliotheken in Portugal und Spanien die älte ſten und koſtbarſten Manuſkripte beſaßen, und vielleicht waren die Klöſter der Stadt, in der wir unglüklicherweiſe als Herren hauſten, an ſolchen Schäzen am reichſten, und dieſe fielen, wie einſt die von Alexandria, den Barbaren zur Beute.

uebel angebrachter Dien ſt.

Eine engliſche Dame, welche auf dem Lande lebte und ein großes Diner geben wollte, beſtrebte ſich, dabei mit ſo viel Glanz als möglich zu erſcheinen, und damit es nicht ſcheine, als fehle es an einem Vedienten, wurde ein Vur ſche, den man bisher nur bei der Feldarbeit beſchäftigt hatte, zu dieſer Ge legenheit gekleidet und abgerichtet, ſo daß er hinter dem Stuhle ſeiner Ge bieterin unbeweglich ſtehen bleibe; man wußte, er werde iegend eine Albern heit begehen, wenn man ihm erlaube, ſich zu bewegen. Thomas nahm dem nach ſeinen Poſten oben an der Tafel hinter dem Stuhle ſeiner Herrin ein und fand eine Zeitlang Unterhaltung daran, die Gerichte auf und die Gäſte an dem Tiſche anzuſtieren; als er dies endlich überdrüſſig war, ſuchten ſeine Augen einen nähern Gegenſtand. Es war zu jener Zeit, als die engliſchen Damen der franzöſiſchen Mode folgten, unter dem Namen des Halſes die Schul

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