Sonnabend, 21. November
Kunst, Eleganz und Mode.
(Achten Jahrgang.)
Halbjähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtzu⸗ 1 Man vränumerirt im Kommiſſionsamt zu Ofen lendung 5 fl. Auf Belinrapier mit erſten 2(Feſtungsauffahrt), in Ferd. Tomalas Kunſthand⸗ Aupferabdrüken 5 fl. und poſtfrei 6 fl. C. M. 2 lung zu Peſth und bei allen k. k. Poſtämtern.
Der Freier zweier Tanten.
(Fortſezung.)
Die üblichen Begrüßungs formeln waren zwiſchen den beiden Freunden kaum ausgetauſcht, als Pritcheraft ſich ſtürmiſch in die Erzählungen aller Ein— zelnheiten ſeines lezten Abenteuers ergoß, heftige Deklamation in Betreff der plözlichen Zuneigung einmiſchte, welche ſeinen Kopf, ſein Herz, ſein ganzes Weſen für die liebenswürdige Jungfrau erfülle, und ſchließlich ſeinen Freund beſchwor, ihn bei ihr einzuführen, ſintemal er unbezweifelt mit ihr verwandt ſei. Lovegrove beſtätigte zuvörderſt die Vermuthung ſeiner Verwandtſchaft mit den in Frage befangenen Damen, eröffnete dann Pritcheraft, daß Dr. Love⸗ grobe ſein Oheim von väterlicher Seite und Pfarrer des großen, in der Nähe eines faſhionabeln Badeorts an der ſüblichen Küſte gelegenen Kirchſpiels Al⸗ derton ſei, und fägte hinzu, die Damen ſeien dieſen Morgen wieder nach Hauſe abgereiſt, ſie haben ihm geſtern nicht bloß das Nenkontre im Garten mitgetheilt, ſondern es auch herzlich bedauert, den Namen des Herrn, der ih⸗ nen ſo viele Artigkeit erzeigt, rein vergeſſen zu haben. Eins jedoch berſchwieg Lovegrove, die Beſchreibung, welche ſeine junge Verwandte von dem artigen Herrn gegeben, der, ihrem Ausdruke zufolge, einem ungeſchikten Langbein mit einem Storchſchnabel ſtatt der Naſe ſehr ähnlich ſehe. Unter manchem Seufzer bejammerte Pritcheraft ſein Unglük, und endigte ſeine ſchmerzlichen Klagen mit einer immer neuen und immer glühenderen Schilderung der tau⸗ ſend Reize der liebenswürdigen Tochter aus dem Hauſe Lovegrove, und neben⸗ bei mit einem launigen Gemälde von dem Zukerhute und der atlasnen Robe der ſtattlichen Matrone, zur großen Veluſtigung des Rechtsgelehrten.„Meine Tante Lobegrobe, wie ſie leibt und lebt!“ lachte dieſer;„doch nicht zu ber⸗


