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te hieſelbſt, über Preßburg, zu An- und bedeutungsvollen Introduktion bis zu dem
fang Novembers an.—m— Mailand. Der fruchtbare Kompoſiteur, Kaj. Donizetti, hat bis jezt 46 Opeen geſchrieben, unter de⸗ nen ſich 9 vieraktige befinden. Von die— ſen 46 Opern wurden 44 auf verſchie⸗ denen Bühnen Italiens und des Aus⸗ landes gegeben, und nur zwei:„Jo— bann von Paris“ und„Gabriele“, kamen noch auf keiner Bühne zur Auf— führung. Uebrigeus hat Donizetti noch 7 Kantaten, viele Kirchenmuſik, zahl— reiche Quarteten und noch zahlreichere Sonaten für das Pianoforte, und eine Menge Romanzen und Duetten, end— lich die Geſänge„Dante“ und„Ugo— lino“ geſchrieben. E. Bern. Der kürzlich im 855ſten Jahre verſtorbene ehemalige Bürger— meiſter von Chur in Graubündten, Hr. v. Tſcharner⸗ Salis, iſt derſelbe, der im Jahr 1795 dem bamaligen Her— zog von Chartres, Ludwig Philipp (iezt König der Franzoſen) ein Un⸗ terkommen als Lehrer in dem auf ſei— nem Schloſſt Reichenau errichteten Er— ziehungsinſtitut verſchaffte. C.
Peſther okalnotizen.
Lanner. Am 15. Nov. gab Hr. Lan— ner einen großen Ball und am 16. zum Ab— ſchiede eine maskirte Reunion, unter dem Titel:„Vergißmeinnicht-Aſſemblee“ im Re— doutenſaale. Beide Unterhaltungen ſielen ſehr glänzend und zum Theil frequent aus. Auf dem Balle wurde viel und bis zum grauenden Morgen getanzt. Schaaren von Masken be— luſtigten die Menge. Die neuen, hier in Peſth komponirten und am 13. zum Erſtenmale produzirten Walzer:„Die Werber“ rei— hen ſich an die beſten Kompoſitionen dieſes iezt beliebteſten Wiener Volks kompoſiteurs an. Sie athmen Geiſt und Leben, haben einen ungariſchen National-Anklang und erheben eben ſo ſehr das Gemüth als ſie zum Tanze auffordern. Alle Nummern, von der gehalt
herrlichen Finale, bilden ein gerundetes Gan zes, voll phantaſie, Geſchmat und wirkungsvol⸗ ler Melodie. Sie wurden mit enthuſiaſtiſchem Beifall aufgenommen und ſtürmiſch da epo verlangt. Hr. Lanner ſcheidet von Peſth ge— wiß eben ſo zufrieden mit der ehrenvollen Aufnahme von Seiten des Publikums, als dieſes noch lange der genußreichen Stunden eingedenk ſein wird, die ihm ſein ausgezeich— netes Talent bereitete. R.
Mu ſik. Die in dieſen Blättern ſchon erwähnte rühmlich bekannte Klavierſpielerin, Dem. Fany Schmidt aus Wien, gibt Morgen, Donnerſtag, ein Konzert im Redou— tenſaale, worauf wir alle Muſikfreunde auf— merkſam machen.—0—.
— Hr. Trenſt Schmidt, Mitglied der Akademie der Induſtrie von Frankreich, Er⸗ finder eines neuen Blaſe-Inſtrumentes, Apol- loleier genannt, iſt hier angekommen und wird ſich demnächſt öffentlich hören laſſen. Der Erfinder, welcher in paris und London und in den erſten Städten. Deutſchlands ſich allgemeinen Beifall erwarb, wie wir und durch vor uns liegende franzoͤſiſche und deut— ſche Blätter überzeugten, wird hoffentlich auch das hieſige kunſtſinnige Publikum für ſich zu gewinnen wiſſen.—nt—
Die Schiffbrütke. Die Schiff. brüke zwiſchen Ofen und Peſth mußte heuer, wegen des ſich bereits ſtark gezeigten Treibei— ſes auf der Donau, ſo frühzeitig ausgehoben werden, nämlich ſchon in der Nacht vom 13. auf den 14. Nov., daß ſich ſelbſt die älteſten Leute nichts! Aehnliches erinnern. Im Jahr 1829, in welchem der denkwürdige ſtrenge Winter eintraf, wurde die Brüke erſt am 20. Nov. ausgehoben. Indeſſen will man wiſſen, daß in einem der lezten Jahre des vorigen Jahrhunderts, gerade auch an demſelben Tage, wie heuer, die Brüte ausgehoben wer— den mußte. Seit damals aber kam keine ſo frühzeitige Ausbindung vor.— Wenn nun heuer das Projekt, eine fixe Brüke zwiſchen beiden Hauptſtädten Ungarns herzuſtellen, kei— nen regern Aufſchwung erhält, dürfte es ſich
ſobald nicht mehr realiſiren. Denn man kann ſich jezt von dem Schaden praktiſch über⸗ zeugen, den nur blos die gegenwärtigen Markt- geſchäfte durch dieſen omann, Fall
erleiden.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.


