Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
735
 
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beit am Nervenſchlage und mit ihm einer der erſten Heroen der Volkskomik. Adiaphoros.

Rorreſpondenz.

Wien(12. Nov.). Wir haben bier eine Zeitſchrift, die gibt Räthſel auf, und ſezt Preiſe auf deren Auf löſung aus, um Pränumeranten zu bekommen, das ſollten Sie, Hr. Red., auch thun. Mit Ihrer Erlaubniß gebe ich gleich hier den verehrten Leſern ei nes auf, für deſſen Löſung ich eben falls eine Prämie beſtimmen will. Ich las vor kurzer Zeit in einer andern Zeitſchrift ein Gedicht von einem Hrn. Frey unter oder auf das Porträt eines berühmten Humoriſtikers. Wer mir nun dieſes Gedicht enträthſelt und deſſen Sinn erräth, bekommt eine Freikarte auf den öſterr. Zuſchauer, oder einen Band der alten Eipeldauerbriefe. Seitdem ich Rezenſent geworden bin, bin ich ſchon vom Bader zum Leiche n⸗ beſchauer avancirt und ich will Ih⸗ nen getreu berichten, an was die Pa zienten, die mir unterkamen, geſtor ben ſind:Emma, Singſpiel in 3 Akten von Auber, an der Apho nie (Stimmloſigkeit);Erziehung macht den Menſchen, Luſtſpiel in 3 Akten von Ayrenhof, an der Phrenitis varia (Irrereden);der Salamander, Spek takelſtük von Lang, am Durch fal lz Zu zahm und zu wild, Luſtſpiel von Albini, an Alters ſchwächez Jacopo, der Bandit von Venedig, an der Waſſerſucht, und endlich die‚Quellennymphe von Brabbée, nach viertägigem Leiden des Publi kums, an allgemeine r Er⸗ ſchöpfung. Man ſagt, daß Hr. und Mad. Rettich im k. k. Hof⸗ burgtheater engagirt ſeien; daß wäre ein zweifaches Glük. Erſtens bekämen wir eine ausgezeichnete Künſtlerin und

zweltens ging dann wahrſcheinlich Delle. Fournier! Die Rettich iſt der Güter Höchſtes nicht, der Uebel Größtes aber ze. Da iſt jedes Wort Manier, jede Be wegung Manier, da wird nach Luft geſchnappt, und geröchelt u. geſchluchzt, daß Einem angſt und bange wird; mir ward oft ordentlich ſchauerlich dabei zu Muthe und ich glaubte ſchon, ich müßte ibr einen kunſtgerechten Aderlaß appli ziren. Die Aquiſition, die wir mit Herrn Rettich machen, iſt übrigens nicht ſo glänzend, zumal dann wahr ſcheinlich der wakre Lukas entfernt wer den würde. Indeß iſt das Alles nur ein Au'en-dira-t-on, und die Folge wird lehren, ob etwas Wahres daran. Fräulein v. Hagn iſt hier und hat bereits in:Corona von Saluzzo ga ſtirt. Alle Damen der Kaiſerſtadt be finden ſich in Angſt und Verlegenheit, man ſpricht allüberall von ihrer Schön heit. Sie iſt höchſt auffallend geklei det und hat bereits viele Herzen krank gemacht; da gibt es dann Geſchäfte für den Bader Schelle.

Aliszellen.

Straßburg. Als neulich der Koch eines Hoſpitals in Arras in Frank- reich geſtorben war, hörte ſeine Lieb lingskaze nicht auf, kläglich zu miauen und widerfezte ſich endlich dem Fort tragen des Sarges mit ſolcher Wuth, daß man Gewalt brauchen mußte, um die Träger gegen ſie zu ſchüzen. p.

Roſenau(in Ungarn). Seine Heiligkeit, der Pabſt Gregor XVI. hat dem Roſenauer Dioeceſan-Biſchof, dem hochwürdigen Hrn. Johann Sci towsky, den Leib des Märtyrers Nei tus, für die Roſenauer Kathedral⸗ kirche zum Geſchenk geſchikt. Er lang⸗