Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
705
 
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f Kunst, Eleganz und Mode.

(Achter Jahrgang.)

Halblähriger Preis 4 fl., mit freier Poſtiu⸗ Man bränumerlrt im Kommiflonsamt in Ofen endung 3 fl. Auf Vellndapler mit erſten?(Feffungtauffahrt), in Ferd. Tomalat Kunſthand⸗ Aupferabbrülten 5 fl. und peſtfrei 6 fl. C. M. E lung iu Peſth und bei alen f. k. Poſtämtern.

a r (Als Probe der eben erſchienenen:Novellen von E. Ferrand. Berlin 1835.

1.

Sie fanden am See. Fanny ſprang in den Kahn.

Kommen Sie, Felix, rief ſie.Fahren Sie mich ein wenig auf bem bellen, abendrothen Waſſerſpiegel umher. Mir iſt ſo heiß, dort wird mir kühler werden. Kommen Sie!

Langſam ſtieg Felix in den Kahn.Wer bon Ihnen, meine Damen fragte er,will uns begleiten? Niemand? Auch bu nicht, Klementine 2d

Du weißt ja, liebes Kind, antwortete die junge Frau, daß ich das Waſſer fahren nicht vertragen kann. Fahr' nur die unruhige Fanny ein Weil chen umher, das Stillſizen wird meinem Schwerſterchen bald beſchwerlich wer den, und ſchnell genug führt ihre Ungeduld dich wieder zu uns. Wir kehren indeß zur Geſellſchaft zurük. g

Felix ſtieß vom Strande ab, und trieb mit einiger Anſtrengung den leichten Kahn auf die Fläche des Sees. Als ſie weit vom Ufer enrfernt waren, ließ er das Ruder ſinken, lehnte ſich ſchweigend über ſeinen Siz hinaus, und ſchaute mit müden Augen in den dunkelblauen Himmel.

Es war ein ſchöner Sommerabend. Die Sonne ſank; die Waſſerkühle milderte lind den lezten warmen Strahl der Sonne. Still war die Luft; zu⸗ weilen nur trug ein leiſes Lüftchen den würzigen Duft der Blüthen aus den Gärten am Ufer herüber. Unbewegt lag der Spiegel des Sees; nur wenn ein Fiſchchen ſpringend nach ſonnenwarmer Luft ſchnappte, kreiſ'te leiſe das ſtille Waſſer, oder furchte ſich kaum bemerklich, wenn ein Waſſerinſekt pfeil⸗ ſchnell in der hellen Fluth hin und her ſchoß. Tieſe Stille herrſchte ringsum,