Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
704
 
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de, drohte er, ſeinem Bruder, dem

Könige von Frankreich, die ibm wider⸗

fahrne Behandlung klagen zu wollen. E.

Peſther Tokalnotizen.

Lanner. Am 8. Nov. wird, wie ſchon geſagt, der in ſeiner Art unvergleichliche Walzer⸗Kompofiteur Hr. Jos. Lanner den erſten Ball im Redoutenſaale geben. Dieſer dürfte in jeder Hinſicht ſehr intereſſant ausfallen. Die neuenMariannenwalzer Lanners ſollen die beſten ſein, die er je komponirte, und das große Potpourri:Blech, Holz, Stroh, Feuer, worin ſich auch der Virtuoſe auf dem Holz- und Stroh-Inſtrument, Hr. He⸗ benſtreit produzirt, zeichnet ſich durch den über⸗ raſchendſten Effekt und Originalität aus. l.

Cirkus der Mad. Laura de Bach. Die höchſt anziehenden Vorſtellungen dieſer ſo ausgezeichneten Kunſtreitergeſellſchaft erleiden durch die ungünſtige Witterung oft längere Intervallen. Am 31. Oktober jedoch war wieder eine beſuchte Produktion. Der klelne intereſſante Knabe Auguſt Price, dop pelt intereſſant durch ſein unglük, der nun aber durch die Behandlung ſeiner Aerzte faſt hergeſtellt iſt, erſchien wieder zum Erſtenmale an dieſem Tage. Es war ſeine Benefize, und die Theilnahme des Publikums ſprach ſich bei ſeinem Erſcheinen auf's Unzweideutigſte aus. Swar erlaubte ihm der Zuſtand ſeines Bei nes noch nicht ſeine ganze ſo oft bewunderte Geſchiklichkeit an den Tag zu legen, aber immerhin ſtellte er dieFlucht des kühnen Koſaken mit ſolcher edler Haltung und Gra zie dar, daß er zweimal ſtürmiſch gerufen wurde. Möge er bald wieder ſeine kompleten Kräfte erhalten. Von den andern Leiſtungen an dieſem Tage erwähnen wir die geſchikten Voltigirkünſte des Hrn. Carl Palm; die au⸗ ßerordentlichen Kraftübungen des Hrn. Stella; das bewunderungswürdige und kühne Rük wärtsreiten und Springen des Hrn. Monfroid; das erſte Debüt des kleinen mit glüklichen Anlagen begabte Albert de Bach, Schüler des Hrn. Soullier, und vor allem die unü⸗ bertrefflichen Leiſtungrn des Hrn. Soullier, der

noch geſehen. Den Schluß machte zum Er⸗ ſtenmal die Produktion der drei Herkuleſe, ausgeführt von den Hrn. Soullier, Palm und Albert de Bach, und ſo Grauen erregend dies halsbrecheriſche Spiel auch iſt, ſo ſehr fand ſich das publikum, durch den günſtigen Er⸗ folg, in hohem Grade befriedigt. Da Mad. de Bach ſich nur noch kurze Zeit hier aufhält (ſie begibt ſich, dem Vernehmen nach, nach Lemberg), glauben wir auf dieſen umſtand um ſo mehr aufmerkſam machen zu muſſen, da ſich uns nicht ſo bald wieder Gelegenheit zu einer ſo ergözlichen Augenweide darbleten dürfte. Am 1. Nov. fand im Hofraume des Neugebäudes das zweite Wettreiten dieſer Ge⸗ ellſchaft ſtatt.

Muſikaliſches. Dle rühmlich de⸗ kannte Pianiſtin, Fräulein Schmidt aus Wien iſt hier angekommen.1.

0.

Reunkonen. Wie ſchon erwähnt, nehmen die Reunions, Aſſemblees, Soi reen und ſogar auch Petit-Soireen ſehr überhand. unter dem einfachen Titel:Abend unterhaltung aber eröffnete Hr. Hauer am 1. Nov. in dem treſt⸗ lichen Konzertſaale des Hotelszu den ſieben Churfürſten ein Amuſement dieſer Art, das alle davon gehegten Erwartungen weit über traf. Das über 20 Perſonen ſtarke Orcheſter leitete Hr. Grünfeld, und Ouverturen, Opern, ſtüte, Walzer und vor Allem das Potpourri: Ein Strauß von Strauß wurden vortreff⸗ lich und mit der größten Präziſion exekutirt und erwarben ſich des lauteſten Beifalls, Gegen 400 Gäſte mochten anweſend geweſen ſein, und der Saal mit ſeinen Nebengemö⸗ chern boten einen impoſanten Anblik dar, In der That kann auch die Lokalität zu der- gleichen Unterhaltungen gar nicht geeigneter ſein. Was Speiſe und Trank anbelangt, ſo erinnern wir nur an Küche und Keller des Hrn. Hauer, und ſelbſt die ſtärkſten Gourmands werden hier nichts einzuwenden haben. So verſchieden der Geſchmak ſich auch hierin zeigt, ſo wird ſich doch jeder befriedigt gefunden haben. S.

An die elegante Ne

Dem. Roſa Höcker, aus der Puzhandlun zur Kalſerin von Oeſterreich, in d der 1 nergaſſe iſt Peſth, iſt ſo even mit 4 38

chen Auswahl des Neueſten und Geſchmak⸗

Alles überbietet, was man hier tu dieſer Art!] vollſten aus Paris angetommen.

Herausgeber und Verleger Franz Wie ſe n.