Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
702
 
Einzelbild herunterladen

702

den. Mad. Volnys(ehemals Dem. Leontine Fay), die in der Rolle der Jüdin, welche von beiden königl. Vrü⸗ dern zugleich geliebt wird, auf dieſer Bühne debütirte, wurde mit Firmin gerufen.(Die zweite Vorſtellung von Caſimir Delavigne'sDon Juan von Oeſterreich im Theatre-frangais hat, in Folge mehrerer Kürzungen, noch entſchiedenern Beifall erbalten, als die erſte. Man erwartet von ihm ein neues Drama unter dem Titel:Cromwell.) Mad. Damoreau(ehemals Dem. Einti) iſt bei der komiſchen Oper mit 100,000 Franks und zweimonatlichem Reiſeurlaub jährlich engagirt worden. Cbollet und Dem. Prevoſt erhalten jährlich 56,000 Franks. von Herrn Crosnie, Eigenthümer dieſes verhält nißmäßig kleinen Saales. Das O- deontheater ſoll wieder eröffnet werden. Um das Publikum des Quartiers d' An- tin anzuziehen, iſt man auf den origi⸗ nellen Gedanken gerathen, dort ein Büreau zum Billetverkauf zu errich ten, und Diejenigen, welche Theater billette nehmen, auf Koſten der Di rektion in eigends gemietheten Omni bus nach beendigtem Schauſpiel nach Hauſe fahren zu laſſen. K.

Korreſpondenz.

Agram(im Oktober). Fortuna hatte abermal unſerer Stadt ihren Sonnenblik zugewendet, indem ſich der Haupttreffer der GüterlotterieKun⸗ ſchütz hier bei dem Kaufmann J. T. zur blauen Kugel, doch dem Beſſzer unbewußt, befand. Ich hatte das Loos in der Hand, man bot es mir zum Ver kaufe, doch mein guter Genius war nicht gegenwärtig, ſonſt hätte er mir zugeflüſtert:Nimm Nimm! Die viel verbreitete irrige Meinung, als käme nur eine gewiſſe Anzahl der Looſe

zur Ziehung in das Glüksrad, hält viele vom Sezen ab. Nun hat das aus; ſpielende Handlungshaus einen Tref fer im höchſten Superlativ gemacht, denn er wurde ihm mit noch 26 andern unabgeſezten Nummern zurükgeſendet. Von unſerm Theater diesmal nur ſo viel, daß Hr. Direktor Martinelli noch in ſeinem Beſtreben fortfährt, die Darſtellungen beſtens auszuſtatten. Die Opern:Straniera,Norma,der Schnee oc. wurden mit allem Auſwan⸗ de gegeben. Eben hat Hr. Quandt, vom Berliner Theater, ſeine Gaſtrol len beendet. Schon von der Leopold ſtädter Bühne bekannt, erwarb er ſich hier gerechten Beifall. Die übrigen Mitglieder unterſtüzten ihn mit regem

Fleiß. uf

Miszellen.

Paris. Ein beſchämendes FJak⸗ tum für den ärztlichen Stand(oder die Medizinal- Polizei 2) in Paris wird von Hrn Trebuchet zur Sprache gebracht.Es befindet ſich jezt in Paris ein Schuhmacher, welcher bei der ar beitſamen Klaſſe ein großes Zutrauen, in Beziehung auf von ihm angekündigte Mittel gegen Krankheiten, erlangt bat. Dieſer Schuhmacher, welcher meh reremale von der Polizei belangt wor den war, iſt zu Geldſtrafe verurtheilt worden, und um nicht wieder ertappt zu werden, bat er einen Doktor der Me⸗ dizin und einen Apotheker gefunden, welchen er einen täglichen Sold von 10 Franken beſtimmt hat, und welche nun das Verathungskabinet, welches in ſeinem Hauſe eingerichtet iſt, unter ihre Reſponſabilität genommen haben. B.

Paris. Folgendes wird über die Ermordung eines Büchſenmachergeſel⸗ leu durch fünf Dolchwunden auf dem