Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
695
 
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daß die Vorſicht, welche die Weisheit jeder öffentlichen Verwaltung ausmacht, eine ſolche Maßregel gebieteriſch auf erlegt. Jeder kennt jezt hinreichend die Macht bes Vorhergegangenen, wir wol len hier verſuchen die Folgen voraus zuſehen, und zu berechnen. Haben wir einmal Apotheken und Spitäler der Homöopathie, werden wir auch Apo theken und Spitäler für Mesmerismus, Brownismus und thieriſchen Magnetis mus bekommen und eben ſo für alle Träumereien des menſchlichen Geiſtes, die Verwaltung wird eben ſo wie wir die Folgen eines ſolchen Benehmens er wägen. Dieſer Betrachtungen halber, und aus dieſen Gründen, meint die Akademie, es möge die Regierung das an ſie zu Gunſten der Homöopathie gerichtete Geſuch zurükweiſen.

Miszellen.

Peſt h. Zufolge eines den un⸗ gariſchen Ständen auf dem gegenwär tigen Reichstage zu Preßburg über den gegenwärtigen Stand des ungariſchen National-Muſeums vorgelegten aus ſührlichen Berichts, beſtand das Grund kapital des Muſeums zu Ende des J. 4835 aus 117,502 fl. 495 kr. C. M Zieht man davon die am 30. Sept. 1850 vorgefundene Summe des Grundkapi tals von 114,118 fl. 145 kr. C. M. ab, ſo erhellt daraus, daß daſſelbe binnen 5 Jahren um 3374 fl. 55. kr. in C. M. angewachſen iſt. Zu dieſer Vermehrung trugen vorzüglich bei die Stiftungen des Hrn Peter von Kubinyi mit 1000 fl. C. M., des Hrn Joſeph v. Mura⸗ közy mit 400 fl. C. M. und des Ziſter⸗ zienſer-Abtes Hrn Ferdinand v. Villar mit 900 fl. C. M. Die ausſtehenden In tereſſen der Kapitalien vom 1 Okt. 1850 bis lezten Dezemb. 18355 belaufen ſich auf 11763 fl. 557 kr. C. M. Die

jährlichen ordentlichen Ausgaben be trugen 5699 fl. 203 kr. C. M. Die au⸗ ßerordentlichen Ausgaben betrugen zu Ende Dezembers 1855: 29000 fl. C. M. Für das ungariſche National-Mu ſeum wurde das an Seltenheiten reiche Muſeum des Hru Nikolaus v. Janko vies in Peſth für 150,000 fl. C. M. erſtanden, welche Summe nach und nach, laut Kontrakt, abzutragen iſt. Seine Exzellenz, der Hr. Graf Ste phan v. Illeshazy hat dem National Muſeum ſeine große Bibliothek zu Dubniz ſaumt dazu gehörigen Manu ſeripten und Landkarten geſchenkt. m

Gran. Dr. Schüler aus Je⸗ na, ein ausgezeichneter Naturforſcher, der gegenwärtig die Vergſtädte in Nie⸗ derungarn bereiſt, reiſt durch Ungarn über Konſtantinopel nach Afrika, wo her er erſt nach einigen Jahren nach Deutſchland zurükkehren wird. Ry.

Schemniz. Der hieſige rühm⸗ lich bekannte Pharmaceut und Chemiker, Hr. Joſeph Winterlich, der die Ent⸗ dekung gemacht hat, daß, das aus dem Pferdeurin ſich entwikelnde Ammonium das in Pferdeſtälle unterbrachte Rind- vieh gegen die Rindviehſeuche ſchüzt, und daß mithin auch in Kuhſtällen das Rindvieh durch Entwikelung des Am moniums gegen dieſe Seuche, deren Entſtehung er von der in den Lungen gefäßen der erkrankten Thiere ſich bil denden Blauſäure ableitet, gegen die Rindviehſeuche oder Löſerdürre geſchüzt werden kann, arbeitet an einer eigenen Monographie der Löſerdürre und ihrer Heilung. Ry.

Odeſſa. Ein im Odeſſaer Vo⸗ ten abgedruktes Schreiben aus Perekop ſchildert den Uebertritt eines 16ꝰæũjäh⸗ rigen Tataren Knaben zur griechiſch ruſſiſchen Kirche. Der Erzbiſchof von Jekaterinnoßlaw, Cherßon und Tau- rien, Gabriel, vollzog die feierliche

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