Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
696
 
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Taufhandlung, einige Tage nach ſei ner Ankunft, am 11. Aug., zu Ar⸗ menſkij Baſar(einer Vorſtadt von Ve rekop) in der Kirche zum heil. Georg. Eine Menge von Zuſchauern ſtrömte herbei, um den in großer Prozeſſion zur Kirche gehenden Täufling zu ſehen, welcher den Namen Waßilij erhielt. Die Rükkehr aus der Kirche war eben ſo ſolenn als der Einzug. Der Knabe folgte im weißen Gewande mit dem Licht in der Hand dem Erzbiſchof nach deſſen Wohnung. Hier war mittler weile eine Deputation der vornehmſten muhamedaniſchen Geiſtlichen und Mur ſas eingetroffen, um dem Biſchof die Beweiſe ihrer Ehrfurcht an den Tag zu legen. Dieſe wurde, nach verrich terem Dankgebete, mit Wohlwollen empfangen und auf ihr dringendes Ver langen beſuchte der Erzbiſchof die Haupt moſchee, worauf er ſich auch in die Sy nagoge der Karaiben(Juden, welche die Autorität des Thalmud nicht an⸗ erkennen) begab, welche, wie die Ta⸗ taren, das Oberhaupt der griechiſch ruſſiſchen Kirche in Neurußland auf forderten, ihren Tempel mit ſeiner Ge genwart zu beehren. S, Würzburg. Franz Mäller, Mezger, 71 Jahre alt, von Unterlei⸗ nach(Landgerichts Würzburg l. d. M.) lebte mit ſeiner Frau Kunigunda 48 Jahre in friedlicher Ehe, wurde am 5. Okt. 1787 getraut, und äußerte öfters in ſeinem Alter den Wuaſch, mit ſeiner Frau an einem Tage zu ſterben. Gerade am 5. Okt. d. J., Nach⸗ mittags 3 Uhr, ſtarb er, und die et⸗ was kranke Frau, 70 Jahre alt, um eine Stunde ſpäter. S.

Lokal⸗ Anzeigen. Anſicht von Ofen und Peſth. Bei C. Miller, Kunſt- und Muſikalienhänd⸗ ler in Peſth, iſt ſo eben erſchienen:Neue

Anſicht von Ofen und Peſth, von der Jo⸗

27 Zoll breit, 21 hoch, auf welches wir alle heimiſchen und fremden Kunſtfreunde beſon- ders aufmerkſam machen. Bei der obwalten den Schwierigkeit, dieſe beiden Städte von ei nem andern intereſſanten Standpunkte als vom Gerhardsberge aufzunehmen, iſt es dem ge ſchitten Lithographen, Hen. Faltus v. Felſen⸗ ſtein gelungen, eine Zeichnung zu entwerfen, die von einer andern Seite den Total-Ueber blit der anziehendſten Stellen geſtattet. Zur freundlichen Zugabe dient dem Ganzen als. Einfaſſung die ſchöne Ausführung der ſich in kleinen Quadraten zeigenden nächſten umge bungen Vergnügungsörter beider Städte. Das Bild eignet ſich beſonders zur artigen Wand- verzierung, als Souvenir dc. Preis auf ſchö⸗ nem Zeichenvelin, fein kolorirt: 4 fl. T. M.

Für Damen. Hr. Joſ. Freund, bürg. Damenkleidermacher in Peſth, der ſchon öfter von deutſchen und ungariſchen Mode- journalen rühmlich erwähnt wurde, hat ſeine Wohnung aus der Windgaſſe in die große Brükengaſſe(Eger'ſches Haus, Nro 643, 1. Stok) verlegt, empfiehlt ſich bei der jezt eintretenden Winterſaiſon dem fernern Wohl wollen ſelner geehrten Kunden und verſpricht geſchmakvolle Arbeit nach den neueſten Jour- nalen, ſchleunigſte und billigſte Bedienung.

Für Herren. Gefertigter haltet es für Pflicht, für den ihm bisher geſchenkten Zuſpruch ſeilnen innigſten Dank abzuſtatten, und verbindet zugleich die ergebenſte Anzeige, daß er in ſeinem Gewölbe, auf dem Stokam eiſenplaz, unter den Schildezum engliſchen Lord(im Hauſezum Paradies, Nr. 630) ein wohlaſſortirtes Lager aller Gattungen vattirter Herbſt- und Winterkleider für Herren, nach den neueſten Londoner und pariſer Journalen, mit größtem Fleiß und Aufmerkſamkeit ver fertigt, vorräthig habe, und empfiehlt ſich durch billige Preiſe und ſolide Bedienung. Franz Löſchinger, bürg. Herrenkleider⸗ macher in Peſth.

Modenbil d. Nr. 45.

Pariſer Anzüge vom 18. Okt. Atlaskapoten. Merveilleux-Mäntel, die nach Belieben eine Pelerine bilden oder die Taille frei laſſen können.(Der Modenkourier in

ſephbaſtei in Ofen ein lithographirtes Blatt,! Rr. 85 des Spiegels erwähnt dieſer Möntel)

Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.