Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
686
 
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nagerie den graͤßlichen Anblik eines Kampfes zwiſchen einem Bären und 5 Hunden. Plözlich wurden die Zuſchauer von paniſchem Schreken ergriffen; das wüthende Thier hatte unter fürchter lichem Gebrülle, in welches das Bellen der Hunde ſich miſchte, ſeinen Maul- korb abgeſchüttelt. Vergebens gaben die Wärter, nachdem ſie die Hunde entfernt und den Bären gebändigt hatten, die Verſicherung, daß keine Gefahr vor handen ſei. Der Schreken theilte ſich nach Außen mit. In dieſem Augenblik brach ein Karren, auf welchem etwa 12 Bauern hingeſtrekt lagen, zuſam⸗ men, die Neugierigen ſtürzten durchei nander, und mehrere wurden ſchwer verwundet. Hier beſteht eine Ge ſellſchaft, welche die klaſſiſchen Werke der neuern Komponiſten um den Preis von einem Sous für den Bogen heraus gibt. Bereits ſind 20 Lieferungen von den Werken Beethoven's, Webers, Hummel's, Moſcheles, Haydn's und Mozart's erſchienen. In der Woh⸗ nung des ermordeten Maäs'ſchen Ehe paares hat man wieder 127,000 Franks in Banknoten und in Baarem in einem kleinen unſcheinbaren Schrank entdekt. Die bis jezt aufgefundene Summe be trägt 627,000 Franks, ohne die Prä zioſen, im Werth von 90,000 Franks. An der Pariſer Vörſe ſind 60 Wech ſelagenten, die zuſammen 73 Millionen, alſo im Durchſchnitt Jeder 125,000 Franks jährlich verdienen. Dieſer Be trag der Senſarie, zu 1000 Frks. auf 5000 Frks. Renten angenommen, wirft einen Umſaz von 225 Millionen Ren ten, oder(zu 80 Proz. berechnet) 18 Milliarden Kapftal jährlich, alſo drei mal ſo viel, als das Kapital der ge ſammten franzöſiſchen Staatsſchuld aus. An jedem Börſentag iſt alſo ein Kapi tal von 60 Millionen in Bewegung, und die Spekulanten verlieren täglich 25,000 Irks. zum Vortheil der Vech⸗

ſelagenten. Um die Subſkription zu einem Denkmal für Bellini zu erleich⸗ tern, hat die Kommiſſion beſchloſſen, daß eines ihrer Mitglieder die Beiträge im Foyer der italieniſchen Oper, wäh⸗ rend der Vorſtellungen, in Empfang nehmen ſoll. In dem Saale der fran⸗ zöſiſchen Kunſtakademie wurde am 10. Oktober, während der Preiſeverthei lung, ein ſeltſamer Diebſtahl began gen. Der junge Farachon, dem der erſte Preis der Kupferſtecherkunſt zu⸗ fiel, hatte eben ſeine goldene Medaille aus der Hand des! Präſidenten empfan gen. Beim Weggehen will er ſie ſeinen Verwandten zeigen, ſucht aber verge bens in ſeiner Taſche nach. Einige Augenblike hatten hingereicht, ihm die Medaille zu entwenden. Hahnemann hat ſich im Faubourg St. Germain, in der Rue Madame etablirt, wo er nur die Pairskammer zwiſchen ſich und der Ecole de médecine hat. Man ſagt, daß er ſeiner jungen Gattin habe verſprechen müſſen, ſeinen Wohnſiz nach Paris zu verlegen, und daß ſie nur unter dieſer Bedingung dem achtzig⸗ jährigen Chef einer Sekte ihre Hand gereicht habe. Er hat nicht übel daran gethan; Paris iſt noch allenfalls mit Köthen zu vertauſchen, und der Augen blik war günſtig gewählt, da gerade alle Journale voll von der neuen me diziniſchen Lehre waren. Es ſind be- reits einige Sizungen der Homsopa then gehalten worden, die ſehr lär mend geweſen ſind. Homöopathen aus den franzöſiſchen Provinzen und aus England waren dazu herbeigeſtrömt. Auch das Publikum drängte ſich hinzu, den Patriarchen zu ſehen. Er beſucht mit ſeiner Gattin oft das Theatre du Luxembourg, das ganz in ſeiner Nähe iſt, und wo man ihn in einer Loge, ſehr aufmerkſam zuſchauend, erblikt. Am 11. Okt. riß ein heftiger Sturm⸗ wind einen Theil von Franconi's olym⸗