Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
687
 
Einzelbild herunterladen

687

piſchem Zirkus in den elyſäiſchen Fel⸗ dern nieder. Auch eine Quantität Blei auf dem Gaitétheater, woran noch ge baut wird, wurde fortgeſchleudert. Im Münzhotel wird jezt ein neues Kabinet eingerichtet, welches den Na⸗ menSaal Napoleons führen wird, und worin eine vollſtändige Sammlung aller Münzen und Metaillen, die un⸗ ter der Regierung dieſes Kaiſers ge ſchlagen wurden, nebſt ihren Stem peln, niedergelegt werden ſoll. Es wird in Kurzem vollendet ſein, und dann dem Publikum geöffnet werden. N.

Miszellen.

New⸗ York. Da in Nordame- rika die neue Präſidentwahl bald be ginnt, ſo führen wir hier eine Schil derung des Zuſtandes des amerikani⸗ ſchen Volkes zu einer ſolchen Zeit an: Lange ehe der beſtimmte Tag kommt, wird die Wahl der wichtigſte und ein- zige Gegenſtand der Erörterung. Der Faktionseifer verdoppelt ſich, und alle künſtlichen Leidenſchaften, welche die Einbildung in einem glüklichen und friedlichen Lande ſchaffen kann, werden aufgeregt und an's Licht gebracht. Der Präſident dagegen iſt ganz mit der Sorge der Selbſtvertheidigung beſchäf tigt. Er regiert nicht mehr wegen der Angelegenheiten des Staates, ſondern wegen ſeiner eigenen; er buldigt der Menge, und ſtatt die Leidenſchaften derſelben zurükzudrängen, wie es ihm die Pflicht gebietet, ſchmeichelt er oft den ſchlimmſten Launen. Je näher die Wahl kommt, um ſo mehr nimmt die Intrigue und die Aufregung des Vol kes zu; die Bürger theilen ſich in feindliche Partheien, und eine jede nimmt den Namen des Kanditaten an, den ſie auf den Präſidentenſtuhl erhe ben will; durch die Nation zukt es

fieberiſch; die Wahl iſt das tägliche Thema der Zeitungen, der Gegenſtand jedes Geſprächs und das Ziel jedes Gedankens und jeder Handlung, das einzige Intereſſe der Gegenwart. So bald die Wahl vorüber iſt, hört auch der Eifer auf, und der Strom des Staates, der faſt ſeine Ufer zerriß, ſinkt auf ſeine gewöhnliche Fläche. D. Frankfurt. Schon öfters iſt in öffentlichen Blättern von der un⸗ glaublichen Vermehrung der Advoka ten die Rede geweſen; nicht leicht möch te aber eine ſo bedeutende Anzahl der ſelben ſich finden, als hier, wo deren hundert aufgenommen ſind, und täglich neue ſich zum Examen melden. Früher beſtand eine Verordnung, wonach hier jährlich nur zwei Advokaten Aufnahme finden konnten; dieſe Verordnung iſt aber ſchon lange außer Uebung, und im vorigen Jahre ſind allein zehn auf genommen worden, ſo wie denn im ge genwärtigen Jahre nicht weniger Auf nahme ſtattfinden werden. Da nun hier die Rechtsgelehrten nicht wie an an dern Orten als Acceſſiſten auf Aem tern verwendet werden, ſo ſind die Advokaten einzig und allein auf die juriſtiſche Praxis angewieſen, und es bedarf daher wohl keiner weitläufigen Auseinanderſezung, wie ſehr es im Intereſſe der Rechtsgelehrten ſowohl, als des ganzen Publikums wäre, wenn der außerordentlche Zudrang zu der Advokatur wieder vermindert und ein richtiges Verhältniß der Zahl der Ad vokaten herbeigeführt würde. Bei den Aerzten findet ein richtigeres Verhält- niß ſtatt. Wir haben deren in Allem 64. Im Jahre 1832 wurden 3, im Jahre 1835, 2, und im verwichenen Jahre 5 aufgenommen. An Theologen iſt auch kein Mangel; indeſſen wenden ſich viele derſelben zu dem Fach der Jugendbildung, und übernehmen Schul⸗