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„Laß dir erſt gewiſſe Dinge ſagen, die mir auf dem Herzen liegen,“ fuhr Bob fort;„aber nicht hier, komm auf die Seite.“ Und er führte mich mit einer gewiſſen Feierlichkeit bis zur Park-Lane.
„Was bedeutet das?“ fragte ich endlich.
„Still! Siehſt du das große Haus dort?“ und Vob zeigte mit dem Finger auf ein ſehr hübſches Haus, an dem zwei Lakeien in glänzender Livree die Karten von einer Perſon in einem Staatswagen empfingen.
„Das ſehe ich wohl; was iſt damit?“
„Dieſes Haus wird von einem der reichſten Gutsbeſizer Großbritanniens bewohnt.“
„So etwas könnte ich allenfalls errathen.“
„Er hat eine einzige Tochter.“
„Wahrhaftig?““
„Seine einzige Erbin!“
„Und dann?“
„Ich ſchäme mich, dies Geheimniß einem Freunde, wie du biſt, ſo lange verſchwiegen zu haben,“ murmelte Vob.
„Was werde ich endlich erfahren?“
„Aber das Geheimniß gehört nicht mir allein an.“
„Welches Geheimniß?““
„Dieſes liebenswürdige Mädchen!“
„Auf mein Wort, Vob, ich verliere nun die Geduld!“
„Ich habe die Liebe des jungen Mädchens gewonnen.“
„Der Erbin?“
„Sie liebt mich,“ ſezte Vob ganz leiſe hinzu. 1
„Das iſt allerdings ein Geheimniß, das zählt. Wie kannſt du denn noch einen armen Teufel, wie ich bin, brauchen.“
„Ach, du weißt noch nicht Alles. Sie liebt mich, ſie liebt mich über alle Maßen— das arme Kind!— aber ſo reich ihr Vater auch iſt— wenn er wüßte, daß ich Schulden habe— ſo würde er ſich gereizt unſerer Verbindung widerſezen.“
„Das iſt vernünftig!“
„Vielleicht, aber es gibt auch noch ein anderes Hinderniß— mein Rang. Clara würde nie einwilligen, einen Oſſizier zu heirathen, der nicht wenigſtens Kapitän iſt.“
Ich konnte das Lachen nicht mehr zurükhalten.
„Es iſt vielleicht eine Schwachheit,“ fuhr Bob ein wenig gereizt fort, „aber es iſt die einzige, welche ſie hat. Ich muß mich wohl fügen— und mein Avancement hängt von meiner Rtiſe nach Indien ab, und...“
„Sehr wohl, ich begreife. Aber ſage mir, Vob, was ſoll ich denn ei— gentlich thun?“
„Du ſchreibſt deinen Namen unter einen Wechſel von hundert und neun⸗ zig Pfund Sterling.“
„Erbarmen! Welche Summe! Und wenn er verfallen iſt?“
„Werde ich ihn ehrlich bezahlen.“
„Oder ich gehe in das Gefängniß, das verſteht ſich. Kehren wir nun um.“
„Einen Augenblik noch, ich ſehe ſo gern dies Haus an..“


