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len beſtehend, beendet. Sie iſt nun aufs Land gereiſt, und man hofft bei ihrer Rükkehr ſie zu einem neuen Cyklus zu bewegen. J. Min derleeb.
Preßburg. Hr. Wilhelm Kunſt, der in ganz Deutſchland ſo allgemein und mit Recht geachtete Künſtler, hat uns, nachdem er als Hamlet, Ewerard im„Irrenhaus zu Dyon“, Gaugraf Philipp in„Hinko“,, Carl Moor, Szapari, Jaromir und Wilhelm Tell aufgetreten war, wieder verlaſſen, um ſeine Gaſtrollen in Peſth zu beginnen(ſiehe oben„Pe ſt h“). Sein eminentes Talent, verbunden mit den ausgezeichnetſten Mitteln ge⸗ währten uns die angenehmſten Genüſſe und die ſtets übervollen Häuſer bezeig⸗ ten die Theilnahme und Anerkennung von Seiten des Publikums, das nie den lauteſten Beifall und wiederholtes Hervorrufen fehlen ließ, und nur die Hoffnung, Herrn Kunſt bei ſeiner Rük— kehr von Peſth in einem zweiten Cy⸗ klus bewundern zu können, tröſtet uns in etwas über ſeinen ſo frühen Abgang. Gerne ſtimmen wir den Wiener Veur— theilungen bei, wenn ſie ſagen, daß Hr. K. ſeit ſeiner zweijährigen Ab— weſenheit ungemein gewonnen, und daß er bei ſeinem Fleiße recht bald auf der Stufe jener Auszeichnung ſtehen wird, auf welcher die größten Künſtler Deutſch— lands ſtanden, zu welchem Glauben uns ſchon allein ſein Hamlet anregt. — Gleich dem Vater verräth der neun— jährige Sohn des Hrn. Kunſt bereits ein ſeltenes Talent. Wir ſahen dieſen Knaben als Walter Tell und ſein Spiel, ſeine deutliche Ausſprache und das Gefühl, das derſelbe auszudrüken verſteht, gewannen ihm ſchnell alle Herzen.— Hr. Kunſt hielt es auch nicht unter ſeiner Würde, auf vielſeiti⸗ ges Verlangen, einige Vorſtellungen in der hier ſo beliebten Arena zu
geben, die denn auch durch ſehr zahl⸗ reichen Zuſpruch von Seiten des Publi— kums volle Anerkennung fanden. P. Wien(45. Sept.).„Bürger⸗ lich und Romantiſch“, ſo heißt Bauern⸗ feld's neues Luſtſpiel, welches ich in meinem vorlezten Berichte bereits an⸗ gekündigt habe, und das Montag, den 7. d. M. im Hofburgtheater über die Bühne ging. Der Titel, in dem wie ich glaube ein Kontraſt ſein ſoll, recht— fertigt keineswegs ſich und die Idee des Dichters. Vauernfeld erſtikte im Stoffe, und das was in ihm aufloder⸗ te, verzehrte ſich durch ſein eigenes Feuer. Ich glaube, Vauernfeld hatte den Willen, das Ideale dem Wirklichen entgegenzuſezen, wenigſtens ſchien es mir ſo, und daher glaube ich auch, Bauernfeld hätte weit deutlicher, die Tendenz und den Zwek des Stükes vor Augen gehabt, wenn er es„Ideal und Wirklichkeit“ betitelt hätte. Dieſes mag Bauernfeld gefühlt haben, u. dieſen Kontraſt wollte er auf die Büh⸗ ne bringen, aber er konnte das, was er fühlte, nicht von ſich geben, daher mangelt es dem Stüke an Handlung. Abgeſehen aber davon, iſt das Ganze ſo vortrefflich geſchrieben, ſo reich an gefälligen Gedanken und Einfällen, daß man von der blühenden Sprache, dem wizigen Dialoge und von dem klaſſiſchen Spiele unſerer Hofſchauſpie⸗ ler ganz beſtochen wird, und an Titel und Handlung gänzlich vergißt. Daß das Stük ſo zu ſagen wenig Handlung hat, und dennoch ſo unterhaltend iſt, zeigt von dem ſchönen Talente Vau— ernfelds, deſſen Verdienſt, vom zahl⸗ reich verſammelten Publikum, durch das Her vorrufen, ehrenvoll gewürdigt wurde.— Alles was ich von der Dar— ſtellung ſagen könnte wäre zu wenig, um ſie ſo zu würdigen, wie ſie es ver⸗ diente. Der unvergleichliche Korn, die göttliche Peche, der vortreffliche Ficht—


