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ner, die beſonnene Piſtor, der wakere Wilhelmi, die liebenswürdige Wildau⸗ er, der klaſſiſche Coſtenoble und der köſt⸗ liche Herzfeld ſpielten mit ſolch einer Liebe, mit ſolch' einer Virtuoſität, daß das Stük, wenn es weniger Vor⸗ züge hätte, ſchon durch das Spiel ge⸗ fallen müßte.— Ich muß abbrechen, Hr. Redakteur, denn wenn ich an Korn und Peche denke, werde ich zum Enthu⸗ ſiaſten“— Delle. Mimi Dupuy, von ihrer Reiſe nach Paris zurükgekehrt, trat im Kärnthnerthor-Theater, in dem Ballette:„Die Nachtwandlerin“ wie⸗ der auf.— In der Leopoldſtadt gab geſtern Hr. Seutta zu ſeiner Bene⸗ fize eine neue zweiaktige Zauberpoſſe, betitelt:„Der Waſſerfall im Feenhain, oder der unſichtbare Freier“, von D. F. Reiberſtorffer, u. ſchrieb ſelbſt die Muſik dazu. Reiberſtorffer hat mit dieſer ſei⸗ ner Poſſe einen Beweis ſeines Talen⸗ tes gegeben, und ſeine ſichtbar ange⸗ wendete Mühe, wurde durch lautes VBeifallsklatſchen reichlich belohnt. Es iſt das erſte Produkt, das von dieſem Oichter mit Beifall aufgenommen wur⸗ de und daher wollen wir ihm dieſe Freude, durch etwaiges Aufzählen ei⸗ niger hie und da bemerkbaren Mängel, die eher verzeihlich als zu rügen und die bei ſolchen Stüken nicht ſel⸗ ten ſind, wie z. B. die einigermaßen
matte Handlung, der Gebrauch ſchon oft dageweſener Anekdoͤtchen u. ſ. w. nicht vergällen, um ſo mehr, da er das Alles mit Geſchik ſo zuſammenſtellte, daß ein recht unterhaltendes Ganzes dar⸗ aus entſtand. Die Muſik von dem Günſt⸗ linge des Publikums, Hrn. Scutta, hat recht hübſche und gefällige Gedanken und reihet ſich zu den beſſeren Leiſtun⸗ gen dieſes Kompoſiteurs an. Geſpielt wurde con amore. Der Benefiziant und Hr. Hausmann verdienen die Palme die⸗ ſes Abends. Mehrere Arien wie auch das Duett, geſungen von Mad. Rohr⸗ bek und Hrn. Scutta, mußten wieder⸗ holt werden.— Die Gruppirungen ha⸗ ben Hrn. Schadetzki zum Schöpfer, ſo wie die neuen Dekorationen Hrn. Mich.
Mayer, und damit habe ich hinreichend
geſagt, um das Verdienſt dieſer Künſt⸗ ler gebührend zu würdigen.— Im Wiedner Theater gab man:„Junker
Schnauzenſchnabel“. Friede ſeiner Aſche!— Policinello.
Berichtigung.
In Nro 71 des Spiegels iſt in der Beſprechung der Kunſtreiter⸗Geſellſchaft der Mad. de Bach die Angabe irrig, als hätte dieſe Geſellſchaft in den Wettrennen, die ſie in Wien mit der Guerr a'ſchen gehalten, immer den Sieg davon getragen. Dies ge⸗ ſchah jedoch nur zum Theil; denn wie uns ſo eben aus Wien gemeldet wird, ſind bet ie⸗ nen Wettrennen der Guerra'ſchen Geſellſchaft 12 und der de Bach'ſchen 10 Preiſe zugetheilt worden..
Bilder⸗Gallerie. Nr. 8. Eugen Seribe. Unſere Leſer kennen gewiß dieſen fruchtbarſten und gewandteſten aller
jezt lebenden Theaterdichter,
der die Bühnen aller ziviliſirten Länder mit
Neuigkeiten verſorgt, deſſen Luſtſpiele und Opern ſich des größten Beifalles er⸗
freuen. Von den leztern nennen wir blos„Zampa,“„Fra
Diavolo“,„die Stum⸗
me“ u.„Robert der Teufel,“ die unzählige Mal gegeben werden, und wobei, nächſt
der Muſik, Scribe iſt der Sohn eines ließ ſein erſtes Luſtſpiel„die
großes Vermögen, und man ſchäzt die Summe, lich einbringen, auf 120,000 Franken.
Seribes Text gewiß viel zu ihrer guten Kaufmanns, wurde 1791 Derwiſche“ 1811 aufführen.
Aufnahme beiträgt. zu Paris geboren und Er beſizt jezt ein
welche ihm ſeine Stüke jähr⸗ R.
Herausgeber und Verleger Franz Wieſen.
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