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Mailand. Am 2. Sept. ward im k. k. Theater alla Scala zum er⸗ ſtenmale die Oper„Zampa“, Muſik von Herold, gegeben. Frankreich u. Deutſch— land haben über den Werth derſelben längſt entſchieden. Zu Neapel, wo ſie zum erſtenmale in italieniſcher Sprache in die Szene ging, fand ſie keine leb— hafte Theilnahme; Turin hingegen beklatſchte dies Werk mit Enthuſias⸗ mus. Nun hat auch das Mailänder Publikum ſein Urtheil ausgeſprochen. Es erkannte den Werth der Kompoſi⸗ tion im vollſten Maße, und ſchenkte faſt allen Muſikſtüken des zweiten Auf⸗ zuges und auch dem Duette im drit⸗ ten ſeinen vollſten Beifall. Echo.
München. Naimund iſt hier, und wir werden ihn bald zu ſehen be⸗ kommen. K
Morreſponden:.
Paris. Die Werke der fran— zöſiſchen Penſionäre in Rom ſind in Paris angekommen. Sie beſtehen aus 7 Gemälden, von denen drei hiſtoriſch oder religiös ſind, zwei großen Stu— dien nach der Natur, einer Landſchaft, und einer Fresco ben Andrea del Sar— to: ſie werden nächſtens ausgeſtellt wer— den. Auch wird man die ſchöne Gruppe des todten Chriſtus von Michel An⸗ gelo, nach dem Original in Oyps aus— geführt, zu ſehen bekommen.— Aus Straßburg hören wir, daß daſelbſt ein Bierbrauer ſich dadurch viele Gäſte zu⸗ gezogen, das er in ſeinem Garten das Haus Fieschis auf dem Boulewards du Tempel ganz getreu in ſeiner ganzen Größe hinſtellte. Oben im Zimmer ſteht Fieschi und richtet die Höllenmaſchine. An der Wand iſt das Bild Heinrichs des Fünften und zwar deswegen, weil der Wirth zur Republik ſich bekennt.— Zwei neue Arten von Omnibus, die an Eleganz die frühern bei Weitem über⸗
treffen, zirkuliren ſeit einiger Zeit in den Straßen von Paris. Sie heißen: Pariſtennes und Algeriennes.— Die Akademie hat den Preis für Poeſie ei⸗ ner Epitre à Cupier zuertheilt, deren Verfaſſer Herr Bignon iſt.— Ein neuer Roman:„Almaria“, fängt ſo eben an, Aufſehen zu erregen.—„Die Mutter und die Braut“ heißt ein neues Vaudeville im Gymnaſe, das Glük gemacht hat. Es ſpielt in Ame⸗ rika zur Zeit des Unabhängigkeitkrie— ges.— Der bekannte Sänger Fereol, an der komiſchen Oper(Lord Cock— burn u. ſ. w.) zieht ſich zurük, und geht nach Orleans, wo er ſich ein Landgut gekauft hat.— Der Adookat am königl. Gerichtshofe, Hr. Henrion, hat von Sr. Heiligkeit das Komman— deurkreuz des Ordens vom heiligen Gregor dem Großen erhalten. Der Orden wurde von dem jezt regierenden Papſte bei ſeinem Antritte des Pon— tifikats geſtiftet, und wird ſolchen Män⸗ nern verliehen, welche ſich der Ver— theidigung der Wahrheit weihen. Hr. Henrion iſt Verfaſſer einer Geſchichte der Päpſte, der religiöſen Orden, und einer allgemeinen Kirchengeſchichte. Der Prälat Garribalbdi, Geſchäftsträger des heiligen Stuhls, ließ Hrn. Henrlon in ſein Hotel kommen, und hing dem— ſelben die Dekoration um. Dies iſt der neunte Kommandeur, den der Papſt ſeit Errichtung des Ordens ernannt hat.— Von Halevy, dem Komponi-⸗ ſten der„Jüden“, kommt in dieſen Ta⸗ gen ein neues Werk auf die Szene der komiſchen Oper.— Nach einer neuen Verordnung darf nur das Theatre fran Lais Luſt⸗ und Trauerſpiele auffüh— ren, und die Porte St. Martin und Ambigu nur Melodramen, aber keine Vaudeville's. Der Cirque olympique iſt am Begünſtigſten. Er darf alle Gen— re's ſpielen laſſen. Doch müſſen Pferde dabei ſein.— Der Dampfwagen des


