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Anerkennung des Veſtrebens der Di⸗ rektion, ſo wie der wakern Mitglie⸗ der.— L. München. Wie wir hören, hat ſich das Gerücht verbreitet, als würde Seydelmann wohl bald unſerer Kunſtanſtalt angehören; aber daran iſt kein wahres Wort. Wenn Seydelmann Stuttgart verlaſſen würde, würde er wohl ſchwerlich einer andern Bühne ſich widmen wollen, als der Berliner, und außer vielleicht Stuttgart, würde er auch in keiner andern Stadt eine der Berliner gleiche Intelligenz finden. Herr Seydelmann iſt geſtern nach Stutt— gart abgereiſt. C.
Miszellen.
Negensburg. Der bekannte Bauchredner Schremſer wurde in der Donau ertrunken aufgefunden. Reiſe⸗ paß und Brieftaſche haben ſich in ſei⸗ ner Taſche vorgefunden. A⸗
Havre. Am 253. Auguſt waren die zahlreichen Zuſchauer, welche dem Hafen zugeſtrͤmt waren, um eine be⸗ trächtliche Anzahl Schiffe einlaufen zu ſehen, Zeugen eines herzergreifenden Auftritts. Ein Greis nämlich, der ſich unter ihnen befand, erkannte an Bord des einen Schiffs ſeinen, ſeit vie— len Jahren abweſenden, längſt todt— geglaubten Sohn; von Freude und Rührung überwältigt, ſtürzte er be⸗ wußtlos zu Boden, und alle Vemühun⸗ gen der Aerzte konnten ihn nicht ins Leben zurük rufen. V.
Frankfurt. Ein in der hie⸗ ſigen Oberpoſtamtszeitung unter der Aufſchrift„anonyme Briefe“ enthal- tener Aufſaz macht großes Aufſehen. Die Familie eines eben ſo angeſehenen als rechtſchaffenen Beamten in hieſiger Stadt wird, wie jener Artikel be—⸗ hauptet, ſeit geraumer Zeit ſchon durch anonyme Briefe auf das Unerhörteſte
verfolgt und gekraͤnkt, und die ehren⸗ rührigſten Injurien werden wider ſie verbreitet. Wer erinnert ſich dabei nicht unwillkührlich des kaum beendig⸗ ten La Ronciére'ſchen Prozeſſes? denn wahrlich, die Verfolgungen, Kränkun⸗ gen und die Verbreitung von Inju⸗ rien müſſen auf einen hohen Grad ge— ſtiegen ſein, wenn eine achtbare Fami⸗ lie ihre Zuſtimmung dazu gibt, daß ein ſolcher Artikel, der nothwendiger Weiſe die öffentliche Neugierde erregen und Anlaß zur weitern Verbreitung jener Anfeindungen werden muß, ver— öffentlicht werde. Man erzählt ſich, daß auch hier jene Verfolgung gegen unbeſcholtene Frauen gerichtet iſt. Es gehört gewiß ein hoher Grad von ſitt— lichem Verderben dazu, aus dem Ver⸗ borgenen das Gift zu verbreiten, und mit teufliſchem Hohne das Glük geach⸗ teter Familien zu untergraben. Seit Errichtung der Stadtpoſt und der Auf⸗ ſtellung von Briefkaſten, in welche ganz unvermerkt Briefe eingeworfen werden können, iſt aber wirklich ein großer Unfug mit Briefen hier getrieben, und manches häusliche Glük unwider⸗ bringlich vernichtet, manche Freund⸗ ſchaft zerſtört worden. Viele Perſonen nehmen daher gar keine ihnen mit der Stadtpoſt zugeſendeten Briefe an, oder verbrennen ſolche ungeleſen. Leider möchte dieſem Unweſen auf keine Weiſe zu ſteuern ſein, da die Abſchaffung der Stadtpoſt gewiß viele Gegner finden, und ſelbſt dadurch nicht dem niederträͤch⸗ tigen Treiben ein Ende gemacht würde. Der allgemeine Wunſch iſt es baher, daß einer jener Schurken, welche eine nüzliche Anſtalt zu ihren ſchlechten Streichen mißbrauchten, entdekt, und ihm in dem Zuchthauſe der Lohn für
ſeine ſchöne Thätigkeit zu Theil werde.. 59 London. Einer der jungen
Egyptier, welche der Vizekönig nach


