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gen der unten im Thale betenden Prieſter zu empfangen;— ſieh, da wird er gerettet.
Die Sage iſt in Darſtellung der Rettungsſzene getheilt. Einige be⸗ baupten, gleich einer überirdiſchen Erſcheinung ſei plözlich ein unbekannter Mann neben dem Kaiſer erſchienen, und habe ihn durch verborgene Klüfte und Höblungen, gleichſam durch die Eingeweide des Verges abwärts geleitet, und ſei hierauf ſpurlos verſchwunden, ohne den Dank des Kaiſers abzuwarten.— Andere ſagen, ein Gämsjäger ſei zufällig in die Gegend gekommen, habe den Angſtruf des Kaiſers gehört, und ſich unter großer Gefahr ſeines Lebens bis zum Kaiſer, und mittelſt ſtarker Glitſcheiſen mit demſelben allmälig in die Tiefe hinabgelaſſen.— Wie dem auch ſei, an das Wunderbare grenzt ſeine Rettung allerdings!
Man hat in neuerer Zeit, einen, wiewohl beſchwerlichen Weg zur Höhle gebahnt, und viele Fremde beſuchen dieſelbe, allein der Pfad iſt ſteil und ſehr ſchmal, und da an manchen Stellen das Geländer, das man neben der grauen⸗ vollen Tiefe angebracht hat, nicht zum Beſten erhalten iſt, ſo iſt für einen, dem Schwindel Ergebenen, die Expedition nach der verhängnißvollen Höhle nicht ohne Gefahr verbunden, die bei einem unvorhergeſchenen, auf der unten vorbeiziehenden Poſtſtraße leicht entſtandnen Geräuſche, ſehr geſteigert wer— den dürfte! f
Teitung der Novitäten und Anfichten.
gelacht hat, und der Pf. alſo ſeinen Beruf für dieſe Art Dichtkunſt aufs
Theater.
Pe ſt h. Am 8. Aug. fand auf unſerer Bühne ein außerordentliches Schauſpiel ſtatt. Der Vaßſänger Hr. Schinn hatte eine Beneſize und da ward außer einer„Auswahl beliebter Szenen aus Opern und Lokalpoſſen“ auch noch eine Extra-Lokalpoſſe, beti— telt:„der falſche Dupuis, oder das Wettringen in Krähwinkel“, verfaßt von Ferdinand Schinn(dem Benefizian— ten) gegeben. Wir haben den echten Dupuis(einen franzöſiſchen Athleten, der ſeit längerer Zeit in dem Horvat-Gar— ten zu Ofen, unter großem Zulaufe, Proben ſeiner Körperkraft ablegt) nicht geſehen, können alſo auch nicht beurthei— len, ob dieſer falſche Athlet echt ſei; aber ſo viel iſt gewiß, daß das außer— ordentlich zahlreich verſammelte Publi— kum über dieſen Schwank beträchtlich
Glänzendſte bewährte. Wenn man es gleich, wie man ſagt, verſchmähte, den echten Dupuis auf unſerer Bühne erſcheinen zu laſſen, ſo konnte man es doch dem falſchen nicht verſagen, denn hier hat die Kun ſt durch die geſchikte Imitation viel gewonnen. Alles An⸗ dere an dieſem Abend Geleiſtete er— ſcheint gegen dieſes Werk im Hinter grunde und wir halten deren Erwäh— nung für überflüſſig. Nur müſſen wir wie billig noch melden, daß am Schluſſe ein Hr. Dallot eine große Aſcen— ſion auf dem geſpannten Seile ohne Balancirſtange, von der Bühne bis in die dritte Logenreihe ausführte. Der mächtige Seil dehnte ſich ſogar bis außerhalb des Hauſes aus, gleichſam, um zu zeigen, wohin er gehört; doch hier mußten Apoll und die Muſen, die auf dem Portieus unſers Theaters


