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ren hier bellebt. Dann ward die lieb⸗ liche„Marie“ von Herolb gegeben. Hr. Thalheim gab zur Einnahme die Oper von Auber:„der Schnee“. Die Dekoration einer beleuchteten Hafen⸗ ſtadt, ſo wie das Schneegeſtöber wurde durch Hervorrufen des Hrn Martinelli gewürdigt. Während der Zeit des Mar⸗ garethen-Marktes wurde das Natio- nalſtük:„die Magdalenen⸗Grotte“ vom Hen Regiſſeur Schweigert zum fünften Male gegeben; der zweite Akt, wo die Krieger mit klingendem Spiel aus der Feſtung Glogau ziehen, welches ſehr gut arrangirt iſt, erregt immer
Enthuſiasmus. Das darin vorkommende
Nationallied, gedichtet von einem edlen Patrioten, dem Hrn. c, muß jedesmal wiederholt werden. Der Ver⸗ faſſer des Stükes ward bei jeder Auf⸗ führung gerufen.— Olle. Gläſer, ſonſt immer glüklich in der Wahl ihrer Be⸗ neſize⸗Stüke, verfehlte es diesmal; ſie gab das, weder in Wien noch in Peſth mit Beifall aufgenommene Stük„Kuß
und Panzerhemd“, welches auch hier
keinen fand. Bei Wiederholung deſſel⸗ ben, an dem gleich darauf folgenden Sonntage, war das Haus faſt leer; ein hinlänglicher Beweis, daß es keinen Werthhat.- Hr. Goubau und Olle. Krix zeigen ſich durch Ausſchmükung mancher Szenen in gewandten Tänzen.— Ein allgemeines thätiges Fortſchreiten im Gebiete ihres Berufes belebt die ganze Geſellſchaft, und wird immer mehr bemerkbar. Hrn. Kapellmeiſter Tu⸗ rany gebührt alles Lob, da er es in ſeinem Fache nicht an Fleiß und Eifer fehlen läßt. Möge dieſer lobenswerthe Eifer Aller nie erkalten. ich. München. Wir haben Herrn und Mad. Fichtner vom Wiener Hof⸗ burgtheater geſehen, und mit vielem Vergnügen. Er und ſie ſind wohlge⸗ ſchulte, ſehr angenehme Schauſpieler, frei von jener Afektatlon, die auf der
Münchener Bühne zum Theil bon ton iſt. Ferner hat Fräulein v. Faßmann die Agathe im„Freiſchüz“ und die Em⸗ meline in der„Schweizer Familie“ ge⸗ ſungen. Man hat ihre erſte Leiſtung mit ſo großem Jubel aufgenommen, daß wir kaum wagen dürfen, wie wir doch thun möchten, ihr mäßigen, und eben des⸗ wegen gerechten Beifall zu zollen.— Seit einiger Zeit ſcheint unſer Publi⸗ kum große Luſt an Schreien, Hervor— rufen, unendlichem Klatſchen, betäu⸗ bendem Stokklopfen zu gewinnen, und man fragt gar wenig nach dem Werthe der Leiſtung. Auf dieſem Wege wird die öffentliche Stimme bald von gar keinem Gewicht mehr ſein, und die Folgen einer ſolchen Derangirung des Publikums werden ſich bald genug dar⸗ thun.— Von Neuigkeiten haben wir geſehen:„Der Mäller und ſein Kind“, von Raupach. Es iſt eigentlich nur eine einſeitige Neuigkeit, und für an⸗ dere Theaterbeſucher ſehr alt. Ganz im Gegenſaz zu vielen kritiſchen Stim- men der Reſidenz fühlen wir uns ge⸗ drungen, dieſem Drama großes Ver⸗ dienſt zuzugeſtehen. Es iſt allerdings viel Tragiſches darin, aber es iſt edel gehalten; es iſt viel Lyriſch-Wehmü⸗ thiges darin, aber es iſt nicht welner⸗ lich— es erſchüttert, aber die Verſöh⸗ nung fehlt nicht. Herr und Mad. Ficht⸗ ner haben ſehr gut darin geſpielt, und mit großem Verſtändniß des poetiſchen Sinnes. Auch Herr Heigel verdient unſere Anerkennung(der alte Müller). — Herr Eßlair iſt ſeit längerer Zeit, wie auch Herr Vespermann, zum Er⸗ ſtenmal, in„Dienſtpflicht“ aufgetreten. Eßlair iſt rauſchend empfangen worden. Diesmal haben wir nichts gegen das Nauſchende einzuwenden. Eßlair ver⸗ dient unſere Liebe, und unſern Dank. — Herr und Mad. Dahn ſind abge⸗ reiſt. Herr Dahn wird doch zur Auf⸗ führung des Fauſt wieder kommen


