Jahrgang 
Band 2 (1835)
Seite
484
 
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ſache: Ein junger franzöͤſiſcher Seeofſizler, der ſich lange hielt, hatte bel ſeiner Rükkehr nach Frankreich vor

Hyäne mitgebracht,

Während der Ueberfahrt ließ ſich dieſes

Perſonen im Schiffe, insbeſondere in

ihn vermochte,

Offizier in den Käfig,

am Senagal auf⸗ etwa 6 Monaten eine

die er aufgezogen und außerordentlich an ſich gewohnt hatte. von Natur ſo wilde Thier von allen Gegenwart ſeines Herrn, berühren und ſtreicheln. In Breſt angekommen, zeigte er die Hyäne

dem Seepräfekten, der

ſie dem Pflanzengarten in Paris zum Geſchenk zu machen. Vor Kurzem kam der Offizier nach Paris und beſuchte ſeine ihre urſprüngliche Wildheit wieder angenommen hatte, wenn man ſie ſcharf betrachtete. Kaum Herrn, als es ſich niederlegte und Kop um ihn zu den frühern Liebkoſungen ei Zuſchauer, die das nähere Verhältniß zwiſchen

Hyäne, die unterdeſſen und wüthend wurde,

erblikte das Thier ſeinen ehemaligen fund Schweif ſanft bewegte, gleichſam nzuladen.

Zum großen Erſtaunen der beiden nicht kannten, griff der

ſtreichelte der Hyäne den Rüken, und ſtekte ihr die

Hand in den Rachen. Die Hyäne war vor Behagen außer ſich, und lekte ihm

dankbar die Hände.

Teitung der Novitäten und Anfichten.

Theater.

Agram(im Juli). Unſer Thea⸗ ter⸗Direktor, Herr Martinelli, fährt in ſeinem lobenswerthen Beſtreben fort, das Publikum zufrieden zu ſtellen, und den Thegtergenuß zu ſteigern. Durch ſeine vortreffliche perſpektiviſche Deko rations⸗Mahlerei erhöht er jede Dar ſtellung, und wird bei jeder neuen De koration mit großem Applaus gerufen. Beſonders hat er die an ſich eben nicht vorzügliche Parodie:Nagerl und Hand ſchuh ſo trefflich ausgeſtattet, daß ſie drei Tage nach einander gegeben ward, und ſtets ein volles Haus machte. Wir verdanken ihm auch ein ſogenanntes lebendiges Theater; es wurden dabei die Räuber,Panſalvyn u.Prä⸗ zioſa gegeben. Das erſte gab Hr Grau zur Einnahme, und lieferte das Kunſt⸗ gebild des Doppel⸗Moor, das ihm wohl Wenige nachzumachen vermochten, da dies ungewöhnliche phyſiſche und pſychiſche Kräfte erſoedert. Die Ilu⸗ ſlon leidet jedoch dabei; allenfalls in

Abällino konnte ſo Etwas Intereſſe er⸗ regen. Hr. Grau wird in jeder Rolle, da er es nicht an Studium der zu ge⸗ benden Charaktere fehlen läßt, mit verdientem Beifall ausgezeichnet. Hr. Eichwald gab denGötz zur Benefize. Könnte er nur ſeine Stimme und zu große Lebhaftigkeit mäßigen, er würde mit dem Bühnentalent, welches ihm inwohnt, und durch ſeine vortreffliche Theatergeſtalt ſehr viel gewinnen. Er und ſeine Gattin ernten übrigens Bei⸗ fall, da ſie es nicht an Fleiß und Liebe zur Kunſt fehlen laſſen. Wegen der Krankheitsdauer der Dlle. Kunerth konn⸗ ten lange keine Opern gegeben werden, welche aber nach ihrer Geneſung deſto öfter auf einapder folgten. DieUn⸗ bekannte wurde mit ſeltener Präzi⸗ ſion, und in allen Theilen mit großem Fleiß gegeben. Veſonders zeichneten ſich Olle. Kunerth(Alaide) und Hr. Leſer (Waldeburg) durch kunſtgerechten und anmuthigen Geſang aus. Hr. Leſer und Hr. Kneuer ſind auch im Schauſpiele vorzügliche Darſteller. Das Ehepaar Karlitzty iſt ſchon ſeit mehreren Jab⸗